Kaltes Wasser in Berliner Bädern: Neoprenanzüge erlaubt

Neoprenanzüge könnten für den Rest der Badesaison für Schwimmer nützlich sein. Die Bäder-Betriebe nutzen nur noch Sonnenenergie. Die Sonne scheint aber nicht mehr viel, das Wasser wird kälter als früher.
Das Schwimmbecken des Stadtbades Märkisches Viertel. © Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Die Zahl der Besuche in den Berliner Freibädern ist wieder fast auf den Stand von vor der Corona-Pandemie gestiegen: Gezählt wurden bislang 1,7 Millionen Besuche, teilten die Bäder-Betriebe am Montag mit. Das waren bereits jetzt 15 Prozent mehr als in der gesamten Freibadsaison 2021.

In den nächsten Tagen und Anfang September müssen die Schwimmer frösteln: Um Energie zu sparen, werden die Sommerbäder nur noch mit Sonnenenergie geheizt. Scheint die Sonne wenig, wird das Wasser kühler als in früheren Jahren. Daher erlauben die Bäder Neoprenanzüge, auch Badekappen schützten vor dem Auskühlen, hieß es.

Weil Gas knapp und teuer ist, hatten die Betriebe zu Beginn des Sommers die Temperaturen in den Bädern gesenkt. «Wir gehen in einer ersten Schätzung davon aus, dass die Senkung um ein Grad Celsius zehn Prozent Energie sparen könnte», sagte der Chef der Berliner Bäder-Betriebe, Johannes Kleinsorg, dem «Tagesspiegel» (Montag). Derzeit werde diskutiert, wie mit dem energieintensiven Saunabetrieb im Winter verfahren werde. «Dazu muss man aber auch sagen, dass wir hier keine Wellness-Tempel betreiben. Das sind ganz schlichte Saunen für jede und jeden.»

Nach mehreren Gewaltvorfällen in Bädern kündigte Kleinsorg Maßnahmen an. «Es gibt Überlegungen, mehr Konfliktlotsen einzusetzen, die Auseinandersetzungen im Vorfeld verhindern sollen», sagte Kleinsorg. Es werde auch überlegt, wie Besucherströme besser gelenkt werden können. «Ein Prinzip steht dabei aber immer an erster Stelle: Die Bäder sind für alle Berlinerinnen und Berliner da.»

Seit vielen Jahren setzen die Bäder-Betriebe private Wachdienste gegen aggressive Besucher und drohende Auseinandersetzungen ein. Inzwischen sind an heißen Wochenenden rund 170 Wachleute im Einsatz. Die Kosten stiegen von 450.000 Euro im Jahr 2011 auf 1,5 Millionen Euro im laufenden Jahr, wie es in der aktuellen Anfrage zu angezeigten Gewalttaten heißt.

69 Gewalttaten in Berliner Freibädern und an Badestellen sind bislang in diesem Sommer von der Polizei registriert worden. Enthalten darin sind vor allem Körperverletzungen, aber auch Sexualdelikte wie sexuelle Belästigungen. Die Zahl gibt den Stand vom 9. August wieder, könnte sich also bis zum Ende des Sommers noch erhöhen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine AfD-Anfrage hervor.

Ausgewertet wurden in der Polizeistatistik die Tatorte «Freibad» und «Strand/Ufer». Die höchsten Zahlen hatten im laufenden Jahr die Bezirke Steglitz-Zehlendorf (17), Pankow (13) und Treptow-Köpenick (10). Das hängt möglicherweise mit der Zahl der Freibäder und Badestellen zusammen. So liegen etwa in Steglitz-Zehlendorf mehrere Seen und Bäder.

Betrachtet man den Zeitraum seit 2012 und die einzelnen Bezirke hat Treptow-Köpenick die meisten Gewaltdelikte in Freibädern oder an Badestellen (122), es folgen Steglitz-Zehlendorf (115), Reinickendorf (104) und Mitte (101).

Insgesamt wurden im laufenden Jahr 355 Straftaten - neben den Gewalttaten auch Diebstahl, Hausfriedensbruch und weitere Delikte - in Bädern, an Stränden oder der direkten Umgebung angezeigt. In früheren Jahren waren es auch mal mehr als 500 Straftaten.

© dpa
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