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Farbattacke auf Brandenburger Tor: Reinigung langwierig

In wenigen Tagen startet einer der größten Marathon-Läufe der Erde in Berlin mit fast 50.000 Teilnehmern. Das Wahrzeichen der Stadt, das Brandenburger Tor, ist das Ziel des Laufs. Es wird aber nach einer Farbattacke von Klimaschützern noch nicht wieder ganz sauber sein.
Nach Farbanschlag auf das Brandenburger Tor
Reinigungsarbeiten nach einem Farbanschlag der Letzten Generation auf das Brandenburger Tor. © Britta Pedersen/dpa/Archivbild

Das Entfernen der orangen Farbe, die von Klimaschützern auf das Brandenburger Tor gesprüht wurde, ist aufwendiger und dauert länger als erwartet. Die Reinigung des Tores mit heißem Wasser und Hochdruck sei am Dienstag beendet worden - damit seien aber erst 80 Prozent der Farbe entfernt worden, teilte die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) am Mittwoch mit.

Eine weitere Firma solle nun «die restlichen Farbpartikel mit einem schonenden, naturverträglichen chemischen Mittel aus den Poren des Sandsteins lösen». Dazu seien aber Tests nötig. Musterflächen seien nun ausgewählt worden, auf denen verschiedene Mittel ausprobiert würden. Am nächsten Dienstag würden die Ergebnisse begutachtet. Anschließend entscheide man, welches Mittel eingesetzt werde. Erst danach sei auch klar, wie viel die Reinigung insgesamt koste.

Zunächst hieß es, die Farbe könne bis Ende dieser Woche entfernt werden und die Reinigung koste 35.000 Euro. Mitglieder der Klimaschutzgruppe Letzte Generation hatten das Tor am Sonntag mit oranger Farbe aus großen Feuerlöschern angesprüht.

Brandenburger Tor im Mittelpunkt des Marathons

Am Sonntag steht das Brandenburger Tor im Mittelpunkt der Berichte über den Berlin-Marathon, der in der Nähe startet, am Ende durch das Tor führt und kurz dahinter endet. Bereits am Samstag findet der Marathon der Inline-Skater mit 4500 Teilnehmern statt.

Die Letzte Generation ließ offen, ob sie auch beim Marathon protestieren will. Dazu könne man zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Angaben machen, teilte die Gruppe der Deutschen Presse-Agentur mit. Veranstalter und Polizei hatten am Montag betont, auf einen reibungslosen Ablauf zu hoffen. Mögliche Störungen seien aber nicht auszuschließen. Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit 650 Kräften im Einsatz.

In London hatten die Veranstalter des Marathons im April mit der Protestgruppe Extinction Rebellion eine Vereinbarung getroffen, in der die Aktivisten zusicherten, auf Störungen zu verzichten, und die Bemühungen um Klimaschutz anerkannten.

Debatte über Härte der Polizeieinsätze

Angesichts der vielen Straßenblockaden entbrannte erneut eine Debatte über die Härte der Polizeieinsätze. Die Letzte Generation und Unterstützer im Internet beschwerten sich über schmerzhafte Griffe und Techniken der Polizei beim Wegtragen der Blockierer von Kreuzungen. Die Polizei rechtfertigte sich mit Verweis auf ihr gesetzliches Recht, auch körperlichen Zwang anzuwenden.

Videos im Internet bei den Polizeieinsätzen zeigen, wie Polizisten Demonstranten, die nicht von der Straße aufstehen, eine Hand nach innen umbiegen oder den Kopf in den Nacken drücken, um sie auch über den Schmerz zum Nachgeben zu bewegen. Manche Blockierer verziehen das Gesicht schmerzverzerrt oder schreien.

Unterschiedliche Reaktionen im Internet

Ein Teil der Kommentare kritisiert die Polizei. So heißt es etwa: «Warum diese brutale Härte? Es gibt keinen Anlass dazu. Ich bin entsetzt» oder «Folter mitten in Deutschland. Iranische Verhältnisse. Grauenhaft». Und: «Es ist offensichtlich, dass hier nicht das mildeste Mittel gewählt wurde.»

Zahlreiche andere Menschen verteidigen das Vorgehen: «Ich frage mich, was der junge Mensch eigentlich hat, dass er nicht selber mit den eigenen Beinen laufen kann.» Oder: «Und weil die Straftäter minderjährig sind, soll die Polizei sie weiterhin den Verkehr blockieren lassen?» Ein weiterer Nutzer schreibt: «Dieses Gebrüll ist einfach nur albern.»

Die Polizei schrieb im Internet, es gebe viele Fragen, «warum unsere Kollegen die Personen nicht «einfach von der Straße tragen», sondern stattdessen «Schmerzgriffe» anwenden». Dabei handele es sich um «Druckpunkt- oder Hebeltechniken», um die Menschen durch «Bewegungsimpulse kontrolliert von der Straße zu bringen». Diese könnten kurzzeitig schmerzhaft sein.

Weiter teilte die Polizei mit: «Diese im polizeilichen Einsatztraining erlernten Techniken bergen weniger Verletzungsrisiko beiderseits als das «Wegtragen» einer sich wehrenden/sperrenden Person. Sie sind daher regelmäßig das mildeste, geeignete und erforderliche Mittel.»

© dpa
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