Zehn Jahre Babylotsen an der Charité: Hilfe rund um Geburt

An der Berliner Charité bekommen werdende und frischgebackene Eltern durch das Programm der Babylotsen seit inzwischen zehn Jahren Unterstützung. «Wir müssen sehen, dass Eltern noch kompetenter werden, sich sicherer fühlen. Schließlich sind Elternwohl und Kindeswohl eng miteinander verknüpft», sagte Christine Klapp, Ärztin in der Charité-Geburtsmedizin, die federführend an der Entwicklung des Programms in Berlin beteiligt gewesen ist. Das Angebot ziele darauf ab, Überforderungen im Vorfeld zu erkennen und in der Schwangerschaft und rund um die Geburt Entlastung zu schaffen.
Die Hand eines zwei Wochen alten Neugeborenen liegt in der Hand seiner Mutter. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Aus Sicht von Wolfgang Henrich, Direktor der Klinik für Geburtsmedizin, reagieren die Eltern meist dankbar auf das Programm. «Wir erfragen Belastungen systematisch, wir führen Gespräche, wir bieten Rat und individuelle praktische Hilfe an. Und die wird dann auch sehr gerne angenommen - das heißt, es fühlt sich keine Frau ausgefragt oder stigmatisiert, wenn die Babylotsen kommen.»

Ab 2012 wurde das Projekt zum präventiven Kinderschutz an der Charité gestartet. Mittlerweile ist es als Programm in allen Geburtskliniken Berlins eingeführt worden und wird von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gefördert. Zuvor war 2007 in Hamburg so ein Projekt gegründet worden, inzwischen sind ähnliche Angebote in zahlreichen Städten in Deutschland zu finden.

Am Samstag (20. August) findet anlässlich des zehnjährigen Jubiläums ein Symposium mit Veranstaltungen im Kaiserin-Friedrich-Haus in Mitte statt. Im Fokus soll besonders das Schütteltrauma stehen - Experten zufolge die häufigste Misshandlung im Säuglingsalter. «Es kann auch Momente geben, wo ein Neugeborenes Eltern zum Rande der Verzweiflung führen kann», so Henrich. Wenn das Baby nicht aufhöre zu schreien, sei Schütteln aber der absolut falsche Weg. «Ganz viele Eltern wissen nicht, wie gefährlich diese Verzweiflungstat, das Schütteln, eigentlich ist», sagte auch Klapp.

Schüttelbewegungen können, weil Babys ihren Kopf noch nicht alleine halten können, zu schwersten Verletzungen im Gehirn führen, wenn der Kopf hin- und herschleudert. Das hat oft dauerhafte Schäden zur Folge - Experten schätzen, dass sogar mehr als 100 Kleinkinder jährlich an den Folgen sterben. Die Dunkelziffer ist hoch, 70 Prozent der Überlebenden leiden zum Großteil an schwerwiegenden Langzeitschäden.

Für die Aufklärungsarbeit sollen im Rahmen des Jubiläums deshalb zunächst 50 Schüttelpuppen an Kliniken bundesweit verteilt werden, die durch Alarmlämpchen und -signale bei Schüttelbewegungen verdeutlichen sollen, welche gravierenden Hirnverletzungen bei Babys folgen können. In Kombination mit einer Onlineschulung soll Klinikpersonal befähigt werden, Eltern vor Entlassung von der Station aufzuklären. Die Sensibilisierung sei enorm wichtig, so Henrich.

© dpa
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