450 antisemitische Vorfälle: Beschimpfungen im Internet

450 antisemitische Vorfälle sind von einer Berliner Informationsstelle im ersten Halbjahr 2022 registriert worden. Das waren weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (574 Vorfälle), wie die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) am Dienstag mitteilte.
Ein Schild mit der Aufschrift "Polizei" hängt an einem Polizeipräsidium. © Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild

97 Menschen wurden antisemitisch angefeindet, 261 Vorfälle richteten sich gegen jüdische oder israelische Institutionen. Die meisten Vorfälle (299) waren Beleidigungen und Beschimpfungen von Institutionen über Internetkanäle wie Social-Media-Plattformen. Aber es gab auch neun tätliche Angriffe auf der Straße oder in Bussen oder Bahnen, zehn Bedrohungen und zehn gezielte Sachbeschädigungen. Auch auf Demonstrationen kam es zu antisemitischen Bemerkungen.

Als Beispiele schilderte Rias mehrere konkrete Fälle: Eine Frau, die einen Beutel mit einem Davidstern trug, wurde angespuckt. Ein jüdischer Tourist mit Kippa wurde in einem Hostel im Prenzlauer Berg angegriffen. Der Angreifer schlug dem Touristen die Kippa vom Kopf, schlug ihn und verlangte, dass er «Free Palestine» sage - eine anti-israelische Parole, die von palästinensischen und arabischen Gruppen benutzt wird. Derartige Angriffe kommen immer wieder vor, wie Fälle aus den vergangenen Jahren zeigen. Viele Beschimpfungen bezogen sich auch auf den Holocaust durch die Nazis und eine Bagatellisierung, andere stellten Zusammenhänge zur Corona-Pandemie her.

Rias-Projektleiter Benjamin Steinitz teilte mit: «Unser Bericht zeigt, dass Berliner Jüdinnen und Juden kontinuierlich in den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit Antisemitismus konfrontiert werden.» Das Wissen, unvermittelt angefeindet werden zu können, wenn die eigene jüdische Identität erkennbar ist, belaste den Alltag vieler Juden. Sigmount Königsberg, Beauftragter der Jüdischen Gemeinde gegen Antisemitismus, erklärte: «Ich bin der Überzeugung, dass mehrere Verbote von anti-israelischen Versammlungen im April und Mai diesen Jahres zu einem Rückgang öffentlich wahrnehmbarer antisemitischer Ausdrucksformen beigetragen haben.» Diese Maßnahmen hätten das Sicherheitsgefühl von Berliner Juden erhöht.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
18. Spieltag: Szoboszlais Zaubertore: RB Leipzig setzt Bayern unter Druck
Reise
Flüge verspätet und gestrichen: Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende
Internet news & surftipps
Internet: Twitter-Account der Luftwaffe gehackt
Handy ratgeber & tests
Featured: Apple Watch mit oder ohne Cellular?
Games news
Featured: Fire Emblem Engage: Tipps & Tricks zum Kampfsystem und mehr
Tv & kino
Fernsehen: Dunja Hayali moderiert das «heute journal»
Auto news
Bund und Länder einig: 49-Euro-Ticket kommt zum 1. Mai
People news
Niederländische Royals: Prinzessin Amalia reist erstmals offiziell in die Karibik
Empfehlungen der Redaktion
Regional hessen
documenta: Antisemitismus-Vorwürfe: Politik will alle Werke sichten
Internet news & surftipps
Kriminalität: Gegen den Hass: Neue Strategie soll Antisemitismus eindämmen
Regional nordrhein westfalen
Gesellschaft: Dunkelfeld-Studie zu «wahren Meinungen» über Antisemitismus
Regional mecklenburg vorpommern
Gesellschaft: Martin sieht latenten Antisemitismus in der Bevölkerung
Regional bayern
Religion: Knobloch zwischen streitbarer Demokratin und «Engel»
Regional mecklenburg vorpommern
Musik: Internationale Tage Jüdischer Musik in fünf Bundesländern
Regional hessen
Antisemitismus-Vorwürfe: documenta-Eklat: Sieben Experten beraten bei Aufarbeitung
Regional hessen
Kunst: Bund nach documenta-Skandal in Zwickmühle