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Essengehen wird teurer: NGG erwartet keine Pleitewelle

Ab dem 1. Januar gilt für Speisen in der Gastronomie wieder der höhere Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent - damit dürften die Preise für die Kunden weiter steigen. Die Branche steht damit vor neuen Herausforderungen.
Gastronomie
Ein Kellner serviert einen Salatteller in einem Restaurant. © Jens Kalaene/dpa/Symbolbild

Zum 1. Januar steigt die Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants auf den früheren Satz von 19 Prozent. Auch Menschen in Berlin und Brandenburg müssen damit rechnen, dass Essengehen im Neuen Jahr erneut teurer wird. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) geht aber nicht davon aus, dass als Folge möglicherweise ausbleibender Gäste eine große Pleitewelle in der Gastronomie losbricht. «Die Erhöhung ist teilweise ungerecht, wir hätten uns auch gewünscht, dass es noch ein Jahr mit dem niedrigeren Mehrwertsteuersatz weitergeht. Aber dass Betriebe reihenweise schließen werden, sehen wir nicht», sagte Sebastian Riesner von der NGG Berlin-Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur. «Wer wegen der Mehrwertsteuererhöhung in eine solche Schieflage gerät, dass er schließen muss, hat auch noch ganz andere Probleme.»

Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte sich Mitte November darauf verständigt, die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie ab dem 1. Januar wieder auf 19 Prozent anzuheben. Aktuell werden Speisen in der Gastronomie mit 7 Prozent Mehrwertsteuer belegt.

Die Mehrwertsteuersenkung wurde Mitte 2020 eingeführt, also in den ersten Monaten der Corona-Krise. Für einige Zeit galt wegen einer weiteren allgemeinen Mehrwertsteuersenkung sogar nur ein Satz von 5 Prozent, seit Januar 2021 waren es durchgehend 7 Prozent.

Die Senkung für die Gastronomie wurde aufgrund der Energie-Krise und der zeitweise hohen Inflation besonders bei Lebensmitteln immer wieder verlängert. Die Bundesregierung verband damit die Hoffnung, dass die Gastronomen die Mehrkosten durch Energie und Inflation nicht sofort an die Kunden weitergeben.

Die Preise in den Restaurants, Cafés und Bars stiegen in den vergangenen beiden Jahren dennoch bundesweit deutlich: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts kosteten «Gaststättendienstleistungen» im November 20,5 Prozent mehr als im Januar 2021. Im Vergleich zu Februar 2022, also dem Monat, in dem der Ukraine-Krieg begann, liegt das Plus bei 14,6 Prozent.

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte in den vergangenen Wochen und Monaten mit einer Kampagne versucht, die Mehrwertsteueranhebung zu verhindern. Zahlreiche weitere Verbände wie der Deutsche Bauernverband, der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft und der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks stellten sich an die Seite des Dehoga - allerdings ohne Erfolg.

Wenn die Gastronomen die Steueranpassung nun eins zu eins an die Kunden weitergeben, werden die in den Speisekarten aufgeführten Preise um 11,2 Prozent steigen. Konkret bedeutet das:

- Ein Salat für jetzt 10,70 Euro kostet bald 11,90 Euro.

- Für ein Nudelgericht für aktuell 15 Euro sind bald 16,68 Euro fällig.

- Der Preis für beispielsweise ein Steak springt von 25 Euro auf 27,80 Euro.

Eine gute Dienstleistung müsse den Menschen aber auch etwas wert sein, sagt NGG-Vertreter Riesner. «Manchmal musste man zuletzt den Eindruck haben, dass eine gute Dienstleistung für einen Appel und ein Ei verscherbelt wurde», sagte Riesner. «Ein Schnitzel für 15 Euro bei einer guten Dienstleistung, guter Bezahlung der Angestellten und guten Rohstoffen - das kann kein Gast erwarten.»

Die Gewerkschaft hat erst vor wenigen Tagen einen Tarifabschluss für die Hotel- und Gaststättenbranche in Brandenburg präsentiert. In zwei Stufen bekommen Fachkräfte dort künftig 470 Euro mehr pro Monat. Allerdings ist die Tarifbindung schlecht. «Wir schätzen, dass maximal zehn Prozent der Betriebe in Berlin und Brandenburg tarifgebunden sind», sagt Riesner.

In Berlin verdient ein nach Tarif bezahlter ausgelernter Koch im zweiten Jahr nach der Ausbildung laut Riesner etwa 2400 Euro brutto. In Brandenburg sei es zurzeit weniger, mit dem neuen Tarifabschluss werden die Niveaus angeglichen.

© dpa
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