Weniger Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung in Brandenburg

Die Brandenburger Jugendämter haben im vergangenen Jahr bei weniger Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung geprüft als noch 2020. Insgesamt gab es 2021 rund 7480 Prüfverfahren und damit 8 Prozent oder 592 Fälle weniger als im Jahr davor, wie aus Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg vom Dienstag hervorgeht. Gründe für den Rückgang konnte das Amt nicht nennen.
Ein symbolisches Schattenbild soll Gewalt gegen ein Kind darstellen. © Maurizio Gambarini/dpa

In rund 40 Prozent der Fälle lag eine sogenannte akute oder latente Gefährdung vor. Den Angaben nach waren rund 1420 Kinder und Jugendliche akut gefährdet - das heißt, ihr «körperliches, geistiges oder seelisches Wohl» war bereits erheblich geschädigt, oder dies war zu erwarten. In fast 1350 Fällen gab es nach Einschätzung der Jugendämter eine latente Gefährdung, die tatsächliche Kindeswohlgefährdung konnte demnach nicht ausgeschlossen werden.

Bei rund einem Drittel der angestoßenen Verfahren habe man zwar keine Gefährdung der jeweiligen Kinder festgestellt, jedoch bestand oftmals Unterstützungsbedarf. In 30 Prozent der rund 7480 Fälle sei weder Kindeswohlgefährdung noch Hilfebedarf festgestellt worden.

Bei gut der Hälfte der festgestellten Gefährdungen ging es um Vernachlässigung. Rund 30 Prozent seien psychischer und gut 15 Prozent körperliche Misshandlungen ausgesetzt worden. Unter sexueller Gewalt litten 148 Kinder und Jugendliche.

In fast jedem fünften Fall wurde das Jugendamt etwa von Polizei oder Gericht informiert, in 13 Prozent der Fälle waren es die Kita oder die Schule. Nachbarn, Verwandte oder Bekannte meldeten die vermutete Gefährdung in 11 Prozent der Fälle.

© dpa
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