Spranger: Polizeiwache am Kottbusser Tor im Zeitplan

Die CDU wirft Polizei und Innensenatorin vor, der Zeitplan für die neue Wache am Kottbusser Tor sei unrealistisch. Iris Spranger hält dagegen. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2023 beendet sein.
Ein Polizist steht während einer Pressekonferenz vor der geplanten neuen Polizeiwache. © Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat Kritik aus der Oppostion zurückgewiesen, der Start der geplanten Polizeiwache am Kottbusser Tor werde sich deutlich verzögern. «Wir liegen bei der Errichtung der Wache am Kottbusser Tor absolut im Zeitplan», teilte sie am Dienstag mit. Erste notwendige Sanierungsarbeiten seien bereits abgeschlossen. «Der Bodenaufbau sowie die Sanitärarbeiten starten in Kürze. Die restlichen Bauarbeiten sind beauftragt und werden nach aktuellem Planungsstand wie vorgesehen Anfang 2023 beendet sein.» Auch das Personalkonzept für die Polizeiwache in Berlin-Kreuzberg liege vor. Das Verfahren zur Personalgewinnung werde abgeschlossen sein, bevor die Wache in Betrieb gehe.

Zuvor hatte die Berliner CDU der Polizei und der Innensenatorin vorgeworfen, es gebe kein Personalkonzept für die neue Kotti-Wache. «Es gibt noch nicht mal eine Ausschreibung für das benötigte Personal», kritisierte der CDU-Innenpolitiker Frank Balzer am Dienstag. Die bis Jahresende angekündigte Eröffnung sei unrealistisch. «Angesichts der Kriminalitätsbelastung ist jede weitere Verzögerung inakzeptabel.»

Spranger hatte zuvor mehrfach angekündigt, die Polizeiwache solle Anfang 2023 in den ersten Stock eines Hochhauses am Kottbusser Tor einziehen, direkt neben einer bekannten Kneipe über der Straße. Für den Umbau und die Sicherheitsvorkehrungen hat sie 3,5 Millionen Euro eingeplant.

Teuer werden laut der Berliner Immobiliengesellschaft vor allem Grundsanierung, Polizeitechnik und das Sicherheitsglas für die Fenster. Der Ausbau der 200 Quadratmeter großen Räume für die Wache sollte ab Juni beginnen. Von außen ist dort derzeit noch nichts zu sehen, die Fenster sind von innen abgeklebt.

Das Kottbusser Tor ist seit Jahrzehnten ein bekannter Ort des Nachtlebens - aber auch berühmt-berüchtigt für Straßenkriminalität und Drogenhandel. Die Nachbarschaft ist beim Thema Polizeiwache gespalten: Es gibt einerseits Hoffnung, dass die Gegend dadurch gewinnt, andererseits aber auch teils heftige Ablehnung.

© dpa
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