Großbrand: Polizei schließt Brandstiftung weitgehend aus

Erst gab es Explosionen, es folgte ein Waldbrand und extrem aufwendiges Löschen mit Robotern, einem Panzer und Hubschraubern. Die Berliner Feuerwehr hatte ihren schwierigsten Einsatz seit dem Krieg. Nun gibt es erste Erkenntnisse zum Entstehen des Brandes.
Flammen lodern in einem Brandnest im Grunewald in der Nähe des Sprengplatzes. © Britta Pedersen/dpa/Archivbild

Einen Monat nach dem Großfeuer auf einem Sprenggelände im Berliner Grunewald geht die Polizei nicht von gezielter Brandstiftung aus. Nach ersten Zeugenbefragungen gebe es keine Hinweise darauf, dass ein Fremdverschulden vorliege und jemand von außen eingedrungen sei und bewusst «Manipulationen» vorgenommen habe, sagte Polizei-Vizepräsident Marco Langner am Montag im Innenausschuss. «Mit großer Wahrscheinlichkeit können wir das ausschließen.»

Konkrete Hinweise, wie das Feuer entstand, liegen aber noch nicht vor, wie Langner sagte. Experten hielten es in den vergangenen Wochen für möglich, dass es technische Defekte gab oder oder Materialien wie Sprengstoffe oder Akkus heiß wurden und sich von selbst entzündeten.

Die genaueren Untersuchungen der Kriminalpolizei zur Brandursache sollen nun beginnen. «In dieser Woche werden das LKA, das BKA und die Bundesanstalt für Materialforschung dort hingehen und Ursachenforschung machen», sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Im Landeskriminalamt wurde eine Ermittlungsgruppe «EG Grunewald» eingerichtet. Zudem wurden externe Gutachter engagiert.

Am 4. August war auf dem Sprengplatz ein großes Feuer ausgebrochen. Es gab zahlreiche Explosionen, weil die Polizei dort die meist bei Bauarbeiten gefundenen Bomben-Blindgänger, Granaten und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg sowie illegales Feuerwerk lagert. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Tage.

Polizei-Vizepräsident Langner sagte, der Brand sei in der Nacht im Bereich des Asservatenlagers, eines gesicherten Aufbewahrungsraums, ausgebrochen. Erst habe ein Wachmann einen Feuerschein entdeckt, dann setzte eine Art Feuerwerk ein, als beschlagnahmte Silvesterraketen und Böller hochgingen, es folgte eine große Explosion. Der Wachmann habe die Feuerwehr alarmiert und die Berieselungsanlage angestellt, die sonst tagsüber Teile des Geländes kühle.

Bisher habe die Kriminalpolizei wegen der Gefährdung durch Reste von Munition vor allem Zeugen befragt und Fotos und Videos vom Gelände erstellt, sagte Langner. Am Mittwoch will die Polizei mit mindestens einem externen Gutachter und weiteren Spezialisten auf das Gelände für Untersuchungen. Bewusst habe man sich an externe Gutachter gewandt, um Vorwürfe, dass die Polizei befangen sei - weil es sich um ihr eigene Gelände handele - gar nicht erst entstehen könnten.

Innensenatorin Spranger betonte erneut, dass das Sprenggelände erhalten bleiben solle. Seit Jahren seien andere Standorte gesucht worden. «Diese Alternativen gibt es aber nicht.» Der Sprengplatz sei «dort genau an der richtigen Stelle». In Berlin würden weiterhin ständig Munition und Bomben aus dem Krieg gefunden.

© dpa
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