Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Ermittler: gezielter Angriff auf jüdischen Studenten

Der Fall sorgt für Schlagzeilen. Ein propalästinensischer Student soll einen jüdischen Kommilitonen krankenhausreif geprügelt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Antisemitismus aus.
Propalästinensische Kundgebung - Gegendemonstration
Teilnehmer einer Gegenkundgebung halten israelische Fahnen am Rande der propalästinensischen Kundgebung unter dem Motto „Solidarität mit Palästina“ vor der Mensa II an der Freien Universität (FU). © Monika Skolimowska/dpa

Die Berliner Staatsanwaltschaft geht nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten der Freien Universität Berlin (FU) von einer gezielten Tat aus. Die Ermittler stufen den Fall nach derzeitigem Stand als antisemitisch ein und gehen zugleich von einem Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt aus, wie ein Behördensprecher am Donnerstag sagte. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft wurde der 30-jährige Lahav Shapira als Stellvertreter einer bestimmten Personengruppe wegen ihrer zugeschriebenen politischen Haltung, Einstellung oder Engagements angegriffen. Der Vorfall werde daher der Hasskriminalität zugeordnet.

Shapira war am Wochenende mit Knochenbrüchen im Gesicht ins Krankenhaus gekommen. Ein 23 Jahre alter propalästinensischer Kommilitone soll ihn im Ausgehviertel in Berlin-Mitte krankenhausreif geschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Angaben des Sprechers wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den FU-Studenten mit deutscher Staatsangehörigkeit. Der Attacke soll eine kurze verbale Interaktion vorausgegangen sein, so dass die körperliche Auseinandersetzung für den Geschädigten tatsächlich unvermittelt gewesen sein soll, so der Sprecher. Die Polizei hatte anfangs von einem eskalierten Streit zwischen den beiden Studenten gesprochen.

Der Fall schlägt hohe Wellen. Von mehreren Seiten war eine Exmatrikulation des betreffenden Studenten gefordert worden. Laut FU ist dies in Berlin aus rechtlichen Gründen in solchen Fällen aber nicht möglich. Regierungschef Kai Wegner (CDU) hatte dazu am Mittwoch erklärt, die Hochschulen brauchten Instrumente, damit sie konsequent und schnell handeln könnten. «Wenn dazu eine Änderung des Hochschulgesetzes erforderlich sein sollte, werden wir in der Koalition darüber sprechen.»

Am Donnerstag trafen vor der FU-Mensa zwei Gruppen unterschiedlicher Lager aufeinander. Unter dem Titel «Solidarität mit Palästina» demonstrierten etwa 85 Menschen nach Polizeiangaben. Es habe etwa 25 Gegendemonstranten gegeben. Diese wollten nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen, teils hatten sie Israelflaggen dabei. Zunächst waren der Polizei «keine nennenswerten Zwischenfälle» bekannt. Im Verlauf beobachtete eine dpa-Reporterin eine zunehmend aufgeheizte Stimmung.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Festspielhaus Bayreuth
Kultur
Debatte um Wagners Sonderstellung vor Bayreuther Festspielen
Festspielhaus Bayreuth
Kultur
Blume: «Frau Roth hat den Mythos Bayreuth nicht verstanden»
TV-Ausblick  - RTL
Tv & kino
Tanz mit Rasputin: «The King's Man» mit Ralph Fiennes
Weltweite IT-Ausfälle - Los Angeles International Airport
Internet news & surftipps
Wie ein Fehler weltweite Computerprobleme auslöste
Weltweite IT-Ausfälle - Symbolbild
Internet news & surftipps
Debakel für IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike
Netflix
Internet news & surftipps
Netflix gewinnt acht Millionen Kunden hinzu
Deutschland - Japan
Sport news
Basketballer freuen sich auf US-Stars: «Der härteste Test»
Flugverkehr am BER eingestellt
Reise
Technische Probleme an Flughäfen: Das sind ihre Rechte