Regionen wollen mit Schlüsselvorhaben Profil stärken

Bessere Zuganbindungen, attraktiven Wasser-Tourismus und mehr Orte für mobiles Arbeiten: Zwölf sogenannte Schüsselvorhaben sollen die Entwicklung ländlicher Regionen in Brandenburg voranbringen. Dabei orientieren sich die Projekte auch an zentralen Verkehrsachsen wie etwa zwischen Hamburg und Berlin sowie Berlin und Rostock. Das Kabinett bestätigte am Dienstag in Potsdam die ersten zwölf Schlüsselvorhaben, die unter dem Leitmotiv «Stärken verbinden» Grundlage für die weitere Regionalentwicklung sein sollen.
Der Wittenberger Bürgermeister Dr. Oliver Hermann steht vor dem Bahnhofsgebäude seiner Stadt. © Arne Immanuel Bänsch/dpa/Archivbild

Ein eigenes finanzielles Förderprogramm des Landes gibt es für die Maßnahmen nicht. «Es ist wichtig, dass das Land sich zu bestimmten Projekten bekennt. Das ist sehr nützlich», sagte der Bürgermeister von Wittenberge (Prignitz), Oliver Hermann (parteilos), in Potsdam. Er sprach auch von «Lobbyarbeit für die Kommunen» und Teil einer Landesentwicklungsstrategie.

Die bislang geplanten zwölf Schlüsselvorhaben beziehen sich vor allem auf Regionen im östlichen Teil Brandenburgs. Weitere Schlüsselvorhaben etwa in der Region Havelland-Fläming im Westen und Südwesten seien in Arbeit, hieß es aus der Staatskanzlei.

Die Landtagsfraktion der Linken bezeichnete die Regionalentwicklungsstrategie als Etikettenschwindel. Die Landesregierung verkaufe ihre seit Jahren verfolgten Infrastrukturprojekte hier zum zweiten Mal, kritisierte die Sprecherin für ländliche Entwicklung, Regionalplanung und Raumordnung, Anke Schwarzenberg.

In der Region Prignitz-Oberhavel soll mit dem Projekt mit dem Namen «Brandenburger Tor» der Zuzug von Menschen aus Großstädten erhöht werden. Mobiles Arbeiten und moderne Wohnquartiere gehören zu den Ideen. Wittenberges Rathauschef Hermann setzt stark auf die Mobilität per Schiene. «Wir glauben, dass die Schiene langfristig gesehen wichtiger wird als die Straße», sagte Hermann.

In der Uckermark soll ein Innovationscampus in Schwedt entstehen, der die Achse Berlin-Stettin in den Blick nimmt. Im Kreis Oberhavel (Kreisstadt Oranienburg) soll der Tourismus wachsen. Auch in der Region Oder-Spree (Beeskow) geht es um Naturtourismus rund um die Seen. Im Barnim (Eberswalde) wird an einer Verbesserung des Wasserhaushalts angesichts des Klimawandels gearbeitet.

© dpa
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