Jarasch ruft zum Energiesparen auf: Vermieter in der Pflicht

Strom, Gas und Wärme sparen - das müssen wegen der Energiekrise nach Meinung von Berlins Umweltsenatorin Jarasch jetzt alle. An Plänen zum Energiesparen für Haushalte arbeitet der Senat schon - und sieht auch Vermieter in der Pflicht. Die Opposition kritisiert das.
Bettina Jarasch (Bündnis 90/Die Grünen), Berliner Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, spricht. © Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

Berlins Umwelt- und Verbraucherschutzsenatorin Bettina Jarasch ruft alle Bürgerinnen und Bürger zum Energiesparen auf. «Aber in einer Mieterstadt wie Berlin haben es die Haushalte gar nicht allein in der Hand, in ihren Wohnungen Energie zu sparen», sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Daher müssten Hauseigentümer, Wohnungsgesellschaften und andere Vermieter nun Möglichkeiten ausloten, wie sie schnell zu Einsparungen bei Strom, Gas und Wärme beitragen können.

Kritik gab es dazu prompt von der Opposition. Jarasch solle beim Energiesparen nicht nur mit dem Finger auf Vermieter zeigen, erklärte Danny Freymark, Sprecher für Klima- und Umweltschutz der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, am Mittwoch. «Sie muss auch selbst mehr tun bei den öffentlichen Gebäuden.» Der Senat habe da eine Vorbildfunktion.

Um Energie einzusparen, gibt es nach Einschätzung der Grünen-Politikerin «viele Potenziale, die relativ schnell relativ viele Effekte hätten.» Als Beispiele nannte sie Instandhaltungsmaßnahmen an Heizungsanlagen, ein schnelles Nachjustieren bei den Einstellungen etwa zur Heiztemperatur oder den sogenannten hydraulischen Heizungsabgleich, um Wärme gleichmäßig in der Wohnung zu verteilen. Gemeinsam mit der Wirtschaftsverwaltung entwickle ihr Ressort gerade eine Liste von Vorschlägen dazu, sagte die Senatorin.

Ihren Angaben zufolge ist der Bedarf an Energieberatungen angesichts einer drohenden Gasknappheit stark gestiegen. «Die Leute rennen uns die Bude ein bei unseren Beratungsangeboten», schilderte sie. Der Senat arbeite bereits unter anderem am weiteren Ausbau der Energieberatung. «Wir erwägen zum Beispiel im Osten der Stadt, voraussichtlich nahe dem Ostkreuz, eine weitere Energieberatungsstelle zu eröffnen», sagte Jarasch.

Der Opposition reicht das nicht. CDU-Politiker Freymark forderte, Jarasch müsse die Angebote für Energieberatung stark ausweiten: «Dazu gehören auch mobile Teams, die z.B. in Einkaufszentren Berlinerinnen und Berliner über Möglichkeiten des Energiesparens informieren.» Um den kurzfristig gestiegenen Bedarf zu decken, könnten auch digitale Beratungsangebote angeboten werden, sagte der Sprecher für Energie und Betriebe der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Christian Wolf. «Hier muss Rot-Grün-Rot den Berlinerinnen und Berlinern mehr Angebote machen.»

© dpa
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