Wohnen im Studentenwohnheim wird teurer

Die gestiegenen Energiepreise belasten auch die Studentinnen und Studenten in Brandenburg. Die beiden Studentenwerke werden ihre Mieten erhöhen - und planen noch weitere Maßnahmen zur Kostensenkung.
Viele Briefkästen an einem Wohnheim für Studierende. © Patrick Pleul/dpa/Symbolbild

Studentinnen und Studenten in Brandenburg müssen künftig mehr für einen Wohnheimplatz bezahlen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Studentenwerken. Die Studentenwerke in Potsdam und Frankfurt (Oder) etwa gaben auf Anfrage an, dass sie aufgrund der rasant steigenden Energiekosten die Mieten zum Semesterstart erhöhen werden.

Für die Wohnheime in Potsdam, Brandenburg/Havel und Wildau steige die Miete zum Wintersemester um 30 Euro pro Monat, sagte die Sprecherin des Studentenwerks Potsdam, Josephine Kujau. Die Durchschnittsmiete sei nach der Preisanpassung mit 283 Euro pro Monat aber immer noch günstig.

Das Frankfurter Studentenwerk erhöht die Mieten ab 1. November je nach Wohnanlage monatlich um 43 Cent bis zu 2,40 Euro pro Quadratmeter, wie Pressesprecher Andreas Gaber sagte. Das entspreche einer Steigerung um durchschnittlich 30 Euro monatlich. Die Preisspanne für ein Zimmer bewege sich dann zwischen 246 und 303 Euro.

Während in Frankfurt (Oder), Cottbus und Senftenberg laut Gaber voraussichtlich alle Bewerber einen Wohnheimplatz erhalten werden, könnten die Zimmer in Eberswalde knapp werden. Noch deutlich schlechter ist die Situation in der Landeshauptstadt: Laut Kujau stehen in Potsdam knapp 1000 aktiven Bewerbungen nur rund 550 Wohnheimplätze gegenüber, von denen die meisten bereits vergeben seien.

Wegen Energiesparmaßnahmen werden die Wohnheime überdies nicht nur teurer, sondern auch kälter. «Wir sind derzeit in Abstimmung, was mögliche Temperaturoptimierungen angeht», so Josephine Kujau vom Potsdamer Studentenwerk. In den Heimen rund um Frankfurt und Cottbus nehme man derzeit Anpassungen der Heizzeiten und -kurven vor, erklärt Andreas Gaber. Die Heizperiode werde man maximal auf die Zeit zwischen dem 15. September und 15. Mai verkürzen.

Beide empfehlen den Heimbewohnern die Kampagne «Flip the switch» (dt. «Drücke den Schalter») des Deutschen Studentenwerks, die Tipps zum Energiesparen gibt.

Die soziale Lage der Studenten hat sich laut Kujau generell verschlechtert. So habe das Potsdamer Studentenwerk von Januar bis August dieses Jahres bereits 75 Mal je eine Einmalhilfe aus seinem Notfonds von 300 Euro ausgezahlt, im Vorjahreszeitraum seien es knapp 30 Auszahlungen gewesen. Auch gebe es mehr Studenten in Teilzeit - in der Hoffnung, Anspruch auf Arbeitslosengeld II zu haben. Viele Studierende hätten zudem mehrere Nebenjobs.

© dpa
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