So wollen Brandenburgs Hochschulen Ressourcen sparen

An Brandenburgs Hochschulen soll trotz Energiekrise weiter eine Präsenzlehre stattfinden. Dazu haben die Einrichtungen Sparmaßnahmen für den Umgang mit Ressourcen erarbeitet. Für den Ernstfall gibt es auch Notfallpläne.
Studierende mit Mund- und Nasenmaske sitzen in einem Hörsaal. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die steigenden Preise für Strom und Gas bereiten Brandenburgs Hochschulen große Sorgen. «Die aktuelle Entwicklung beobachten wir intensiv, Preissteigerungen sind sicherlich zu erwarten», berichtet etwa die Sprecherin der Universität Potsdam, Silke Engel. «Die genaue Höhe hängt dabei maßgeblich von momentan in der Politik diskutierten Hilfs- und Unterstützungsprogrammen ab.» Ihre Kollegin Ilka Seer von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg erwartet höhere Kosten bei Fernwärme mit einem Gasanteil. «Neben einer Steigerung der Kosten rechnen wir auch mit einer Verknappung der Energie», warnt sie.

Die Technische Hochschule Wildau zahlt jährlich etwa 400.000 Euro an Heizkosten. «Wir rechnen perspektivisch mindestens mit dem 2,5-Fachen an Heizkosten», sagt Hochschulsprecherin Mareike Rammelt. Etwa 90 Prozent der Mehrkosten würden durch das Land gedeckelt, die verbleibenden Kosten müssten die Hochschulen aber selbst tragen.

Nicht ganz so stark von den steigenden Energiekosten sieht sich die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) betroffen. «Unsere Liegenschaften werden über ein redundantes System primär mit Holzpellets und nur bei Ausfall mit Gas beheizt», erklärt HNEE-Sprecherin Johanna Köhle. Der Einkaufspreis für Holzpellets sei derzeit um das Dreifache, für Gas dagegen um das Zehnfache gestiegen.

Weiterhin setze die Hochschule seit Jahren auf sparsamen Umgang mit Ressourcen. Die Sprecherin nennt Energiesparmaßnahmen wie die Umrüstung etwa der kompletten Außenbeleuchtung des Stadtcampus auf LED, den Einsatz Erneuerbarer Energien, Nacht- und Wochenendabsenkung der Heiztemperatur über die Gebäudeleittechnik und Car-Sharing. «Die Tagesheizzeiten werden verkürzt und die Raumtemperaturen gemäß der Bundesverordnung auf 19 Grad Celsius abgesenkt», sagt Köhle.

So macht es auch die Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Laut Sprecherin Frauke Adesiyan werden die Gebäude wochentags von 7 bis 20 Uhr auf 19 Grad geheizt. «Wir wollen 15 bis 20 Prozent der Energie im Vergleich zum Vorjahr einsparen», sagt sie.

Durch die Absenkung der Raumtemperatur und die Ausweitung der Zeit der Nachtabsenkung, ergeben sich auch für die Universität Potsdam erhebliche Energieeinsparungen, wie Engel erklärt. Selbst die Warmwasserbereitung werde abgeschaltet, wo es möglich sei. Energiefressende Geräte, insbesondere Kühlschränke, würden durch energieeffizientere Geräte austauscht und energieintensive Leuchtmittel auf energiesparende Modelle umgerüstet. «Die Hochschule bereitet sich darüber hinaus mit Notfallplänen auf eine Energieverknappung vor», sagt Silke Engel.

Die BTU will laut Seer mit Hilfe ihres Fördervereins ein Programm zur Unterstützung von in Not geratenen Studentinnen und Studenten ins Leben rufen. Ferner entwickelt dort ein Krisenstab gerade einen Drei-Stufen-Plan für den Umgang mit der Energiekrise. Seer zufolge sichere Stufe eins den Präsenzbetrieb unter Energiesparmaßnahmen, Stufe zwei sehe einen eingeschränkten Präsenzbetrieb vor und bei Stufe drei könne man, weil zu wenig Strom vorhanden sei, keinen Präsenzbetrieb mehr gewährleisten.

Nach den großen Einschränkungen der Corona-Krise hat die Präsenzlehre im Wintersemester 2022/23 an den Hochschulen aber oberste Priorität. «Wir werden alles daran setzen, unsere Hörsäle und Seminarräume auch dann für den Lehrbetrieb offen zu halten, wenn die Energiepreise weiter steigen», kündigt Engel an.

© dpa
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