Kaltes Wasser und Licht aus: Berlin will Energie sparen

Gas wird nicht nur immer teurer, sondern könnte auch knapp werden. Der Berliner Senat wappnet sich mit einem Sparprogramm für Energie. So soll es funktionieren.
Blick auf das beleuchtete Bode-Museum und den Fernsehturm am frühen Morgen. © Joerg Carstensen/dpa/Symbolbild

Raumtemperaturen senken, warmes Wasser abstellen und Licht aus: Mit einem Bündel von Maßnahmen will der Berliner Senat in Zeiten drohender Energieknappheit Strom und Gas sparen. Ziel ist, den Energieverbauch der öffentlichen Hand um mindestens zehn Prozent zu senken, wie die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Wirtschaftssenator Stephan Schwarz (parteilos) am Dienstag mitteilten.

Um das zu schaffen, wird die Raumtemperatur in allen öffentlichen Gebäuden auf das arbeitsschutzrechtlich vorgeschriebene Mindestniveau von 20 Grad Celsius reduziert. In Treppenhäusern und Fluren soll das Thermometer 16 Grad nicht übersteigen, in Turnhallen 17 Grad.

Nachts und an Wochenenden sollen die Temperaturen soweit möglich noch niedriger liegen. Ausnahmen von diesen Regeln sind etwa für Dienststellen von Polizei und Feuerwehr, für Schulen, Kitas oder für den Schutz von Kultursammlungen vorgesehen.

Außerdem will der Senat in öffentlichen Gebäuden und Sportstätten das warme Wasser weitgehend abschalten. Ausgenommen davon sind Dusch- und Waschräume von Sport- und Schwimmhallen. Die Wassertemperatur in Schwimmbädern wird auf maximal 26 Grad reduziert. Temperierte Außenbecken werden abgeschaltet und gegebenenfalls zusätzlich Freibäder unbeheizt bis zum Saisonende weiter betrieben.

Mit der Abschaltung der Außenbeleuchtung und Anstrahlung von mehr als 100 markanten öffentlichen Gebäuden und Bauwerken hatte der Senat bereits vor drei Wochen begonnen. Aus Sicherheitsgründen ist das aber nicht überall möglich.

Außerdem sollen nicht zwingend dienstlich erforderliche Elektrogeräte abgeschaltet werden. Dazu können je nach Situation vor Ort auch Luftfilter gehören, die wegen der Corona-Pandemie angeschafft worden waren.

Angedacht ist ebenfalls eine Reduzierung der nächtlichen Beleuchtung in und um Sportstätten. Nach Abstimmung mit der Polizei könne daneben weniger Licht in Grünanlagen in Betracht kommen, hieß es. Die Straßenbeleuchtung will der Senat möglichst schnell komplett auf LED umstellen und dabei insbesondere Gaslaternen fix vom Netz nehmen.

Generell sollen Sanierungsprogramme für öffentliche Gebäude versucht werden, zu beschleunigen. Ziel sei, den Energieverbrauch des Landes nachhaltig zu senken und bei der Wärmeversorgung wegzukommen von fossilen Rohstoffen wie Kohle, Öl und Gas.

«Die Lage um die Gasversorgung in Deutschland und Europa ist ernst, und Berlin macht Ernst mit dem Energiesparen», erklärte Senator Schwarz zu dem nun vorgelegten Programm. Es sei ausgewogen. «Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und ein breites Bündnis in unserer Stadt schmieden, mit den Berlinerinnen und Berlinern, aber auch mit der Wirtschaft der Hauptstadt. Wir sind alle gefordert zu sparen. Jedes Kilowatt gesparte Energie hilft uns über den Winter und entlastet zudem unsere Haushalte.»

Laufen soll das Sparprogramm zunächst bis 31. März 2023, bei Bedarf könne es aber erweitert und verlängert werden, so Schwarz. Über Umsetzung und Erreichen der Ziele wache die Wirtschaftsverwaltung in Zusammenarbeit mit einer ressortübergreifenden Taskforce.

© dpa
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