Keine Adventsbeleuchtung? Sponsoren gesucht

Wegen der Energiekrise soll überall Strom gespart werden. Das könnte auch Weihnachtsbeleuchtungen in den Städten betreffen. In Berlin drängt der Senat auf weniger Leuchten. Wie viel Strom angesichts moderner LED-Lämpchen tatsächlich gespart werden kann, ist unklar.
Lichterketten leuchten vor einem Kirchturm. © Stefan Sauer/dpa/Symbolbild

Die großen Advents- und Weihnachtsbeleuchtungen an den Berliner Einkaufsboulevards wie Ku'damm und Unter den Linden sind wegen der Energiekrise in diesem Jahr in Gefahr. Ob diese und weitere Straßen in anderen Bezirken überhaupt aufwendig geschmückt und beleuchtet werden, ob Lichter und Glanz deutlich weniger werden oder ganz ausfallen, stand Mitte September noch nicht fest. Weil der Senat entschied, die Straßenbeleuchtungen nicht zu unterstützen und mit zu finanzieren, suchen manche Bezirke und Geschäftsleute Sponsoren.

Der Senat hatte appelliert, private Lichter und die weihnachtliche Beleuchtung zu reduzieren, «dass nennenswerte Einsparungen erreicht werden». Neben Ku'Damm und «Linden» sind auch die Schloßstraße in Steglitz und weitere Einkaufsstraßen betroffen. Wie weit Einschränkungen für die Weihnachtsmärkte gelten, war noch unklar.

Mit Blick auf Ku'Damm und Tauentzien kritisierte die Bürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, Kirstin Bauch (Grüne), die Absage des Senats. Wegen der Bedeutung der dortigen Weihnachtsbeleuchtung für den Tourismus sei nicht der Bezirk, sondern das Land verantwortlich. Derzeit gebe es Beratungen mit der Händlervereinigung AG City, dem Senat und den Tourismuswerbern. Man versuche, Sponsoren zu finden, um zumindest eine «Grundbeleuchtung» sicherzustellen. Geplant sei auch eine Konferenz mit anderen Großstädten zu dem Thema.

Ähnliches teilte der Bezirk Mitte zum Boulevard Unter den Linden und der Friedrichstraße mit. Zwar habe der Senat die Beleuchtung nicht verboten, aber an den Appell seien die Bezirke gebunden. Geprüft werde, ob Sponsoren eine «Grundausstattung» bezahlen könnten.

Steglitz-Zehlendorf betonte, bei der Weihnachtsbeleuchtung der Einkaufsstraßen des Bezirks handele es sich um eine «private Initiative» der Geschäfte. «Eine stimmungsvolle Adventsbeleuchtung kann für Menschen in der Krise auch ein Zeichen der Hoffnung sein.» Die meisten Schaustellerbetriebe hätten zudem ihre Beleuchtung bereits vor Jahren auf moderne und energiesparende LED-Technik umgestellt. Bei den Weihnachtsmärkten sei eine Reduzierung der Märkte oder der Beleuchtung nicht geplant.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg erklärte, die Weihnachtsbeleuchtung werde «definitiv reduziert» und eher «punktuell» eingesetzt. Es gebe weniger Licht, das kürzer angeschaltet werde. Marzahn-Hellersdorf wies auf die Kosten für die Betreiber von Weihnachtsmärkten und Geschäfte hin. Das Aufhängen der Lichter sei immer teuer und teilweise schon in den vergangenen Jahren ausgefallen.

In Neukölln bezahlt der Bezirk jährlich die Weihnachtsbeleuchtung an der Karl-Marx-Straße sowie einige beleuchtete Weihnachtsbäume. Geprüft werde nun, welche Einsparungen durch weniger Licht überhaupt möglich seien. Das Bezirksamt Pankow veranstaltet selber einen kleinen Adventsmarkt am Schloss Schönhausen. Dort solle es «weihnachtliche Illumination» geben.

© dpa
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