Frösteln im Becken: Neue Hürden für Kinderschwimmkurse

Erst die Pandemie, nun steigende Energiepreise und sinkende Wassertemperaturen: Nach Corona und dem Aus für viele Schwimmkurse stehen Berliner Schwimmlehrer vor neuen Herausforderungen.
Kinder bei einem Schwimmkurs. © Sven Hoppe/dpa

Berliner Anbieter von Schwimmkursen hoffen, dass sie trotz steigender Energiepreise und gesenkter Wassertemperaturen in diesem Herbst und Winter möglichst vielen Kindern das Schwimmen beibringen können. «Die Situation ist dramatisch. Immer weniger Kinder können schwimmen», sagt etwa Anja Kerkow, Gründerin der Schwimmschule Rochenkinder. «Kinder, die zu Beginn der Pandemie fünf Jahre alt waren, sind jetzt sieben und können teilweise immer noch nicht schwimmen. Da werden viele Eltern nervös», so ihre Erfahrung.

Doch die Möglichkeiten, in Berlin einen Kursplatz zu ergattern, sind begrenzt. Ihr einst angemietetes Becken in Berlin sei zum Beispiel seit der Pandemie geschlossen, so Kerkow. Daher kämen viele ihrer Berliner Schwimmschüler nun nach Potsdam-Babelsberg. 

Wie sich die Kosten künftig entwickeln, könne sie noch nicht sagen. Bisher habe sie ihre Kursgebühren um einen Euro je Einheit angehoben, sagt Kerkow. Die Wassertemperatur sei um etwa ein Grad auf etwa 30 Grad gesunken. «Da fangen die ganz Kleinen schon an zu zittern», so die Trainerin mit Blick auf Zwei- bis Vierjährige.  

Die Schwimmgemeinschaft Neukölln, Berlins größter Schwimmverein, hat wegen der Wassertemperatur von etwa 24 Grad im Sommer die Dauer der einzelnen Kurse bereits von 45 auf 30 Minuten reduziert, wie Geschäftsführer Jochen Hanz berichtet. Im Herbst und Winter sei dies nicht geplant, denn in der Halle der Berliner Bäder-Betriebe, die der Verein dann nutze, seien 26 Grad erlaubt. Und der Bedarf an Kursen sei groß, so Hanz. Allein in seinem Verein stehen rund 300 Kinder auf der Warteliste für einen Kurs. 

In Berlin bieten auch zahlreiche andere Vereine Schwimmkurse an. Vor der Pandemie waren dort rund 29.000 Mitglieder organisiert. Laut Manuel Kopitz, Geschäftsführer des Berliner-Schwimmverbands, haben die Vereine in der Pandemie einen Schwund von etwa 17 Prozent der Mitglieder verzeichnet. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Der Schaden sei bisher nur etwa zu zwei Dritteln repariert worden, so Kopitz.  

Die erlaubte Maximaltemperatur in den meisten Hallen der Bäder-Betriebe von 26 Grad hält er «gerade noch für ausreichend».  Die Kurse bestünden ja meist nicht nur aus Bewegung im Wasser,  sondern auch aus Erklärungen der Trainer und Übungen außerhalb des Beckens.

Eine Sprecherin der Bäder-Betriebe empfiehlt Neoprenanzüge, die vor großem Wärmeverlust schützen. Badekappen aus Latex trügen zudem dazu bei, dass der Kopf nicht auskühle. Auch die Bäderbetriebe bieten demnach ab Oktober wieder eigene Kurse an. Die Preise sollen laut Sprecherin stabil bleiben. 

Weil längst nicht alle Eltern einen Kursplatz für ihre Kinder ergattern, bietet etwa die ehemalige Leistungsschwimmerin Kerkow auch Online-Elterncoachings an, damit Eltern ihren Kindern eigenständig das Schwimmen beibringen können. Auch hier sei die Nachfrage groß. Sie helfe nicht nur Eltern aus Deutschland, sondern auch aus Österreich und der Schweiz, so Kerkow.

© dpa
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