«Spannungsbogen»: Anpfiff in München, Finale in Berlin

10.05.2022 Wie schon beim Sommermärchen 2006 findet das Endspiel der Heim-EM 2024 im Berliner Olympiastadion statt. Auch zum Auftakt gibt es für die deutsche Nationalmannschaft eine Parallele zum bislang letzten großen Fußball-Turnier im eigenen Land.

Die untergehende Sonne scheint auf das Olympiastadion in Berlin. © Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Von München nach Berlin: Der Weg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zum erhofften Traumtitel bei der Heim-EM 2024 steht. In der Hauptstadt wird am 14. Juli das schillernde Finale angepfiffen, das Eröffnungsspiel des Turniers bestreitet die DFB-Auswahl am 14. Juni in der bayerischen Metropole. «Die Europameisterschaft daheim macht dieses Großereignis zu einem noch emotionaleren Ereignis als es eine Euro ohnehin schon ist», sagte Turnierdirektor Philipp Lahm nach der Bekanntgabe des Spielplans am Dienstag durch die Europäische Fußball-Union UEFA.

Die Nationalmannschaft bestreitet ihre Gruppenspiele als bereits qualifizierter Gastgeber zudem in Stuttgart und Frankfurt/Main. Die Gegner und Zeiten werden im Dezember 2023 in der Elbphilharmonie in Hamburg festgelegt. «Die Bekanntgabe des Spielplans der Europameisterschaft ist eine etwas andere Art des Anpfiffs. In dem Moment, in dem wir wissen, wer wo gegen wen spielt, beginnt es zu kribbeln», sagte DFB-Vizepräsidentin Celia Sasic.

München und Berlin bilden den gleichen Rahmen wie bei der Sommermärchen-WM 2006. Schon da sei die Paarung «die ideale Kombination» gewesen, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. «München war im vergangenen Jahr ein perfekter Gastgeber der paneuropäischen EM, die Hauptstadt Berlin hat als Finalort Tradition. Das Olympiastadion bietet jedes Jahr den würdigen Rahmen für das DFB-Pokalfinale.»

Lahm sprach von einem «besonderen atmosphärischen Rahmen» und dem «dramaturgischen Spannungsbogen» für das Turnier. 2006 hatte der Weltmeister von 2014 im Eröffnungsspiel in München gegen Costa Rica das 1:0 erzielt, die DFB-Auswahl gewann mit 4:2.

Die beiden Halbfinalspiele werden in München (9. Juli) und Dortmund (10. Juli) ausgerichtet. Als Gastgeber der Viertelfinals wurden Hamburg und Stuttgart (beide 5. Juli) sowie Berlin und Düsseldorf (6. Juli) bestimmt. Weitere Gastgeber-Städte sind außerdem neben Frankfurt auch Gelsenkirchen, Köln, und Leipzig.

«Wir haben in Deutschland insgesamt herausragende Fußball-Arenen, die schon jetzt bereit sind für die EM 2024», sagte Neuendorf. «Die Vorbereitungen in den Host Citys und auch in unseren Landesverbänden laufen. Mit dem Spielplan erhält das Turnier nun ein Gesicht. Das steigert noch einmal die Vorfreude. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass der Spielplan erstmals auch vom Gedanken der Nachhaltigkeit entscheidend geprägt ist.»

Der DFB und die UEFA betonten Einteilung der Spielorte in drei «Cluster»: Nord/Nordost (Berlin, Hamburg, Leipzig), West (Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Gelsenkirchen, Köln) und Süd (Frankfurt, München, Stuttgart). So würden «die Reiseaktivitäten der Teams während der Gruppenphase reduziert» und Kurzstreckentransfers mit Bus und Bahn ermöglicht.

«Mit der Veröffentlichung des Spielplans wird das Turnier greifbarer. Gemeinsam mit dem Reglement, das vom UEFA-Exekutivkomitee verabschiedet wurde, stehen zwei Säulen der Turnierorganisation», sagte UEFA-Direktor Martin Kallen. «Damit haben wir gemeinsam eine gute Grundlage geschaffen und können voller Vorfreude auf den 9. Oktober schauen, wenn in der Festhalle in Frankfurt am Main der Qualifying Draw stattfindet und die Teams erfahren, mit wem sie sich auf dem Weg nach Deutschland messen.»

Der DFB hatte den Turnier-Zuschlag im September 2018 erhalten, Kontrahent bei der Entscheidung in Nyon war die Türkei. Bei der vergangenen, paneuropäischen Endrunde im Sommer 2021 hatte München drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale ausgerichtet. Die bayerische Landeshauptstadt ist zudem Gastgeber des Finales der Champions League 2025.

«Wir freuen uns auf ein neues Sommermärchen mit toller Atmosphäre, vollen Stadien und spannenden Spielen. Berlin ist stolz darauf, Gastgeber des Finales sein zu dürfen», sagte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey.

© dpa

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