Eisbären Berlin gleichen gegen München aus

01.05.2022 Was für ein zweites Eishockey-Finale! Erst nach der zweiten Verlängerung gleichen die Eisbären Berlin gegen den EHC Red Bull München aus. Wie viel Kraft bleibt beiden Teams?

Berlins Spieler jubeln über ihren Sieg. © Angelika Warmuth/dpa

In einem hitzigen Overtime-Thriller haben sich die Eisbären Berlin in der Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft gegen den EHC Red Bull München zurückgemeldet. Der immer wieder giftig nachsetzende Vorjahreschampion gewann am Sonntag nach packender zweimaliger Verlängerung das zweite Playoff-Duell mit 3:2 (1:1, 0:0, 1:1, 0:0, 1:0) und glich damit gegen die Bayern zum 1:1 aus.

Trevor Parkes brachte die Münchner in der 13. Minute in Führung. Nur 35 Sekunden danach erzielte Leo Pföderl im Fallen den Ausgleich. In der mit 5533 Fans ausverkauften Arena rettete erneut Parkes (58.) den EHC nach einem Treffer von Frans Nielsen (41.) in die doppelte Overtime. In der leidenschaftlichern Partie war dann wieder Nielsen (84.) der Matchwinner. Damit können die Eisbären am Montag (19.30 Uhr) in eigener Halle vorlegen.

Eine wilde Schlägerei zwischen dem Münchner Patrick Hager und dem schließlich blutenden Manuel Wiederer war ein unrühmlicher Aufreger in der Schlussphase des dritten Drittels.

«Wir haben eines der besten Spiele des Jahres gemacht», sagte der erschöpfte Nielsen. «Ich bin überrascht, wie gut wir uns gefühlt haben.» Die Münchner waren geknickt. «Es ist bitter, wenn du das in der Overtime verlierst», resümierte Frank Mauer.

Die Münchner hatten die erste Partie in der Serie Best-of-Five am Freitagabend trotz eines zwischenzeitlichen 0:3 noch mit 4:3 für sich entschieden. Wer zuerst drei Spiele gewinnt, ist Meister. Das vierte Finale am Mittwoch (19.30 Uhr) wird wieder in der bayerischen Landeshauptstadt ausgetragen.

Don Jackson vertraute der identischen Anfangsformation wie beim irren Auftakt in der Bundeshauptstadt. So liefen wie gewohnt Yasin Ehliz, Ben Smith und Austin Ortega im Sturm auf, in der Defensive vor Keeper Henrik Haukeland begannen Maximilian Daubner und Jonathon Blum.

Ihre erste Unterzahl überstanden die Bayern, denen die Anfangsminuten gehörten, ausgezeichnet. Parkes setzte mit seinem Tor ins kurze Ecke ein starkes Zeichen. Die durch den eng getakteten Spielplan dauerbelasteten Eisbären antworteten umgehend. Pföderl rackerte sich durch die Münchner Defensive und traf zum völlig verdienten 1:1. «Er ist ein deutscher Knipser», lobte Stürmer Kevin Clark seinen Berliner Teamkollegen bei Magentasport.

Im zweiten Drittel lief Berlins Goalie Mathias Niederberger zur Hochform auf. Erst rettete der Nationaltorwart mit einem Prachtreflex gegen den freien Zach Redmond (24.), dann entnervte er die Münchner sogar in doppelter Überzahl. Ganze vier Strafen kassierten die Berliner im zweiten Abschnitt, mussten aber keinen Gegentreffer hinnehmen. Auf der Gegenseite ließ sich auch Haukeland von Marcel Noebels (39.) nicht überraschen. «Es geht einfach keiner rein», haderte Münchens Justin Schütz mit der eigenen Chancenverwertung.

Die laufstarken Berliner nutzten ihre Überzahl besser. Gleich zu Beginn des dritten Abschnitts schloss Nielsen eine herrliche Kombination über Pföderl und Noebels erfolgreich ab. Parkes brachte den EHC in die Partie zurück, ehe der Kehrdienst die Blutspuren aus dem Kampf zwischen Hager und Wiederer beseitigen musste. In der zweiten Overtime sorgte dann Nielsen für den Berliner Jubel.

© dpa

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