Lebensretter warnen vor Schwimmbäderschließung

Überlegungen zur Schließung von Schwimmbädern bei einer Gasmangel-Lage im Herbst sehen die Lebensretter in Brandenburg mit Sorge. «Wir sind auf die Hallenbäder angewiesen, wenn es darum geht, Rettungsschwimmer und Nichtschwimmer auszubilden», sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Brandenburg, Daniel Keip, der Deutschen Presse-Agentur. Nach der zweijährigen Corona-Zwangspause gebe es großen Nachholbedarf. Viele Nichtschwimmer-Kurse seien sofort ausgebucht.
Eine Taucherbrille und Schnorchel liegen in einem Schwimmbad am Beckenrand. © Annette Riedl/dpa/Symbolbild

«Wenn jetzt die Diskussion geführt wird, Schwimmbäder zu schließen, dann macht uns das Sorgen, weil wir merken, dass wir bei der Ausbildung nicht mehr aufholen können.» Auch das Schulschwimmen würde bei Schließungen von Hallenbädern ausfallen, gab Keip zu bedenken. «Viele haben das in der Diskussion gar nicht im Blick.»

Eine generelle Schließung der Schwimmbäder aus Gründen des Energiesparens lehnt die DLRG deshalb ab. Wenn überhaupt, sollte bei Schließungen abgestuft vorgegangen werden, sagte Keip. Priorität bei den Energiesparmaßnahmen müsse dann die Schließung von Außenbädern sowie Freizeitbädern haben. Erst ganz zuletzt sollten die Temperaturen in Trainingsbecken gesenkt werden. Weitere Jahrgänge der Nichtschwimmer stünden sonst an, warnte Keip auch mit Blick auf die Zahl der Badeunfälle in Brandenburg. «Die Nichtschwimmer von heute sind möglicherweise die leichtsinnigen Jugendlichen von morgen, die dann mit Freunden am Strand liegen und im Zweifel in Not-und Gefahrensituationen geraten können, weil sie nicht ausreichend schwimmen können».

Auch Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hält in der Energiekrise nichts von der Schließung von Schwimmbädern. Stattdessen sollten sie saniert werden, so die Ministerin. Angesichts der Energiekrise gehe es auch um die Umstellung auf erneuerbare Energien. Ihr Ministerium will mit einem Förderprogramm den Sanierungsstau bei kommunalen Einrichtungen wie Sporthallen, Schwimmbädern und Jugendzentren abbauen. Bis Ende September können sich deutschlandweit Städte und Gemeinden um die Mittel für eine klimagerechte Sanierung bewerben. Insgesamt stehen laut Geywitz 476 Millionen Euro zur Verfügung.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Nations League: Nationalelf ohne Müller und Werner gegen England
Musik news
Band: Keyboarder von Wanda stirbt kurz vor Albumveröffentlichung
People news
Herzog von Norfolk: Organisator des Queen-Begräbnisses muss Führerschein abgeben
Tv & kino
Featured: Black Adam: Wann kannst Du die Comicverfilmung mit The Rock streamen?
Familie
Nicht zu bitter, bitte!: Wie Sie zarten Chicorée erkennen
Auto news
Eiskalte Tipps: So kommt das Auto gut durch den Winter
Das beste netz deutschlands
Featured: iPhone 14 einrichten: Die wichtigsten Tipps zum Start
Handy ratgeber & tests
Featured: iOS 16: Diese Sperrbildschirm-Widgets sind in Planung oder schon da
Empfehlungen der Redaktion
Regional berlin & brandenburg
Schwimmen: Brandenburger Seen locken: Lebensretter rüsten sich
Regional mecklenburg vorpommern
Gaspreise: Kühleres Wasser in Schwimmbädern soll Energiekosten senken
Regional niedersachsen & bremen
Energiekrise: Schwimmenlernen in kaltem Wasser: Bald mehr Nichtschwimmer?
Regional berlin & brandenburg
Trockenheit: DLRG: Niedrige Wasserstände sorgen für neue Gefahren
Familie
Energiekrise: Schwimmenlernen: Hält kaltes Wasser Kinder davon ab?
Regional mecklenburg vorpommern
Badespaß: In der Hitze locken die Seen: Lebensretter warnen
Panorama
Energiekrise: Schwimmenlernen in kaltem Wasser - bald mehr Nichtschwimmer?
Panorama
Dürre: Flüsse im Stress: Folgen der Trockenheit