Uber bringt Abo-Service «One» nach Berlin

Uber baut sein Geschäftsmodell erstmals außerhalb Nordamerikas mit einer Art Monatsabo aus und startet seinen Dienst «Uber One» in Berlin. Mit der Mitgliedschaft, die knapp fünf Euro im Monat kostet, entfallen für die Abonnenten beim Essenlieferdienst Uber Eat die Liefergebühren. Außerdem gewährt der Logistikkonzern ab einem Mindestbestellwert von zehn Euro einen Rabatt von fünf Prozent. Bei Fahrtenvermittlungen beträgt der Preisnachlass für die Abonnenten zehn Prozent.
Ein Fahrer bei Uber Eats ist mit einem Fahrrad und einer Transportbox auf dem Rücken unterwegs. © Carsten Koall/dpa/Archivbild

Vermittelte Taxifahrten sind allerdings von den Rabatten in «Uber One» ausgenommen, weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland feste Taxi-Tarife vorsehen. Das klassische Taxi-Gewerbe sieht sich von dem Fahrdienstvermittler Uber unfair unter Druck gesetzt und wirft dem US-Konkurrenten vor, sich nicht an alle Bestimmungen des Gewerbes zu halten - beispielsweise bei der Rückkehrpflicht. Nach dem Personenbeförderungsgesetz müssen Mietwagendienste nach jeder Fahrt zu ihrem Betriebssitz zurückkehren, sofern sie keinen Folgeauftrag haben. Uber erklärt, seine Partnerunternehmen und deren Fahren hielten sich an die Bestimmungen.

Das neue Abo-Angebot von Uber, das ähnlich wie Amazon Prime vor allem der Kundenbindung dient, soll nach einer Testphase schrittweise auf weitere Städte in Deutschland ausgeweitet werden. Uber-Kunden aus Berlin bekommen die Rabatte aber auch gewährt, wenn sie in anderen Städten unterwegs sind.

Fachleute sehen in dem Abo-Modell von Uber auch den Versuch, die klassische Fahrtenvermittlung und die Essenlieferung mit Uber Eats stärker miteinander zu verschränken. Klarer Marktführer in dem Geschäft mit Lieferdiensten in Deutschland ist Lieferando aus dem niederländischen Konzern Just Eat Takeaway. Doch der Wettbewerb hat sich in den vergangenen Monaten verschärft. Für Uber waren Essenlieferungen zu einer wichtigeren Säule des Geschäfts geworden, nachdem die Nutzung von Fahrdiensten in der Corona-Pandemie eingebrochen war.

© dpa
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