Demonstrationen am 1. Mai: Krawall in Neukölln erwartet

Der 1. Mai ist in Berlin immer ein besonderer Tag. Oft ist es warm, viele Menschen sind draußen unterwegs - im Grünen oder bei einer Demonstration. Fast alle sind friedlich. Nur einige randalieren - und sorgen für die Hauptschlagzeilen.
Eine Polizistin steht vor einem Streifenwagen. © David Inderlied/dpa/Illustration

Zahlreiche Demonstrationen ziehen an diesem Wochenende rund um den 1. Mai durch Berlin. Die besondere Aufmerksamkeit der Polizei gilt dabei der Demonstration linker und linksradikaler Gruppen mit dem Titel «Revolutionärer Erster Mai» am Sonntagabend in Neukölln. Erwartet wird, dass es dabei wie in den vergangenen Jahrzehnten zu Gewaltausbrüchen von Linksautonomen kommen kann. Kritischer Punkt könnte das Kottbusser Tor in Kreuzberg sein, weil dort eine Polizeiwache geplant ist, die von den Anwohnern begrüßt, von linken Gruppen aber abgelehnt wird.

Die Demonstration soll um 18.00 Uhr an der Sonnenallee in Neukölln beginnen und nach Kreuzberg führen. Erwartet werden 5000 bis 20 000 Teilnehmer. Insgesamt sind am 1. Mai 5500 Polizisten bei verschiedenen Demonstrationen im ganzen Stadtgebiet im Einsatz.

Sie stünden ein vor einem «unkonstanten 1. Mai», sagte der Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, am Freitagmorgen im RBB-«Inforadio». Aus Sorge vor antisemitischen Vorfällen hat die Polizei eine für Freitagnachmittag geplante Demonstration palästinensischer Initiativen verboten. Diese Entscheidung bestätigte das Verwaltungsgericht Berlin am Freitag kurz vor der geplanten Versammlung in Kreuzberg. Vor einer Woche hatte es bei vergleichbaren Demonstrationen Stein- und Böllerwürfe auf Polizisten gegeben. Die Polizei sprach von antisemitischen Rufen und volksverhetzenden Parolen.

Die Polizei rechnet ungeachtet des Verbots mit weiteren Kundgebungen und Demonstrationen. «Wir haben es in den letzten Jahren gesehen, dass sich pro-palästinensische Organisationen auch an der "Revolutionärer Erster Mai"-Demo beteiligen und dort auch in Blöcken erscheinen», sagte GdP-Sprecher Jendro. Die Organisation «Palästina spricht» rief bereits dazu auf, sich am 1. Mai an der traditionellen Demonstration linker und linksradikaler Gruppen am Abend zu beteiligen. «Intifada ist unser Klassenkampf», hieß es bei Twitter.

Bereits am Samstagnachmittag wollen linke Gruppen wie in den Vorjahren durch Wedding ziehen, angemeldet sind 2000 Teilnehmer. Bei dieser Demonstration war es in den vergangenen Jahren weitgehend friedlich geblieben. In der Rigaer Straße nahe dem von Linksautonomen teilbesetzten Haus ist ein Straßenfest angekündigt. Hier könnte die Stimmung am späteren Abend aggressiver werden. Ebenfalls am Abend zieht eine feministische Demonstration von Prenzlauer Berg nach Mitte.

Üblicherweise finden in verschiedenen Parks wie dem Mauerpark in Prenzlauer Berg, der Hasenheide in Neukölln und dem Viktoriapark in Kreuzberg Feiern zur Walpurgisnacht statt, auch dabei fliegen manchmal Flaschen auf Polizisten.

Der Sonntag beginnt mit der großen Demonstration der Gewerkschaften. Zu Fuß, mit Rädern, Inline-Skates und Motorrädern bewegen sich Tausende Teilnehmer durch Mitte zum Brandenburger Tor, wo eine große Kundgebung geplant ist. Am Nachmittag werden dann mehr als 10 000 Demonstranten mit einem großen Fahrradkorso, der früher eine eher bunte und satirische Ausrichtung hatte, durch den Villen-Stadtteil Grunewald fahren. Ein Teil der Demonstranten fährt anschließend nach Neukölln, um an der abendlichen Demonstration teilzunehmen.

Das große Straßenfest «Myfest» in Kreuzberg wurde allerdings wegen der Corona-Pandemie schon vor Monaten abgesagt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bedauert dies. Nach Einschätzung von Sprecher Jendro war es bisher ein deeskalierender Faktor bei den jährlichen Demonstrationen. Es sei auch ein Zeichen der Menschen im Bezirk gewesen, die keine Lust mehr auf «Krawalltourismus» gehabt hätten, so Jendro im RBB.

© dpa
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