Aktivisten gelangen auf BER-Gelände: Flugverkehr lief weiter

Schon wieder dringen Klima-Aktivisten auf das BER-Gelände vor. Der Flugbetrieb wurde dieses Mal aber nicht gestört. Auch in München gab es Aktionen.
Eine Beamtin der Bundespolizei versucht einen Aktivisten der "Letzte Generation" von der Straße auf dem BER Flughafen zu entfernen. © Paul Zinken/dpa

Erneut sind Klima-Aktivisten der Gruppe «Letzte Generation» in den abgesperrten Bereich des Hauptstadtflughafens BER gelangt, um für mehr politisches Handeln gegen die Klimakrise zu protestieren. Anders als bei der vorigen Aktion vor zwei Wochen sei der Flugbetrieb am Donnerstagvormittag nicht beeinträchtigt gewesen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Die Demonstranten hätten einen Zaun durchschnitten. Zwei Aktivisten sei es gelungen, sich auf einem Vorfeld nahe des Zauns festzukleben. Bis zum Rollfeld seien sie aber nicht gekommen. Sechs weitere Aktivisten seien nicht auf das Gelände vorgedrungen.

Die Einsatzkräfte seien gegen 9.20 Uhr am Donnerstagmorgen alarmiert worden, sagte die Sprecherin. Rund eine Stunde später habe der Einsatz für beendet erklärt werden können. Die «Letzte Generation» teilte über Twitter mit, sie habe die Polizei vor Beginn der Aktion über den Plan informiert. Die Sprecherin der Bundespolizei wies diese Darstellung auf Anfrage zurück. Es seien zuvor keine konkreten Informationen bekannt gewesen.

«Wir haben schnell reagiert», sagte die Sprecherin der Bundespolizei. Seit dem vergangenen Vorfall am Flughafen BER seien die Kräfte verstärkt worden. Am 24. November hatten die Klimaaktivisten den Flugbetrieb am BER für fast zwei Stunden lahmgelegt. Mehrere Menschen verschafften sich durch einen Zaun einen Zugang zum Gelände. Einige von ihnen klebten sich am Boden fest. Der Flughafen stoppte den Betrieb auf beiden Start- und Landebahnen.

Auch am Flughafen München war eine Aktion von Klimaaktivisten am Donnerstagmorgen schnell beendet worden, wie ein Flughafensprecher sagte.

Mit ihren Aktionen will die «Letzte Generation» den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, stärker gegen die Klimakrise vorzugehen. «Wir stellen uns den Ursachen der Klimakatastrophe direkt entgegen», teilte die Gruppe auf Twitter mit. «Wo bleiben zumindest erste Sicherheitsmaßnahmen wie ein Tempolimit oder 9-€-Ticket?» Die «Letzte Generation» sorgt mit ihren Blockadeaktionen oder mit Attacken auf Kunstwerke derzeit oft für Schlagzeilen.

Der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) kritisierte die Aktion am Donnerstag. Dem Verband fehle dafür «jedes Verständnis», hieß es. Es sei nicht hinnehmbar, wenn die Sicherheit des Luftverkehrs gefährdet werde. «Schwerere Eingriffe in den Luftverkehr werden zurecht strafrechtlich verfolgt.» Mitglieder der Gruppe stehen wegen ihrer Protestformen immer wieder vor Gericht und werden häufig zu Geldstrafen verurteilt.

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) bezeichnete die Aktionen am Donnerstag als «Straftaten». Aus seiner Sicht spricht einiges dafür, dass die Behörden es bei der «Letzten Generation» mit einer «kriminellen Vereinigung» zu tun hätten.

© dpa
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