SPD-Kandidat wird OB: Schick will auf AfD-Wähler zugehen

Der SPD-Mann Schick hat in Cottbus die OB-Wahl für sich entschieden. Viele zeigen sich zwar froh, dass die AfD nicht erstmals den Oberbürgermeister in einer Stadt stellt. Der künftige Stadtchef weiß aber auch, dass er nun auf alle Wähler zugehen muss.
Tobias Schick (SPD). © Frank Hammerschmidt/dpa/Archivbild

Der künftige Oberbürgermeister von Cottbus, der SPD-Politiker Tobias Schick, will auf alle Bürgerinnen und Bürger zugehen - auch auf die AfD-Wähler. «Das sind viele Menschen, die brauche ich genauso in der Stadt», sagte Schick der Deutschen Presse-Agentur. «Entscheidend ist: Viel miteinander reden und dann auch die Dinge gut erklären.» Der 41-Jährige setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag mit 68,6 Prozent klar gegen AfD-Bewerber Lars Schieske durch, der auf 31,4 Prozent kam. Schick wurde von mehreren Parteien sowie einem breiten gesellschaftlichen Bündnis unterstützt.

Der bisherige Geschäftsführer des Stadtsportbundes will zahlreiche Vorhaben für die Stadt angehen. Er nannte Rechtsextremismus, Mobilität und die Stärkung von Stadtteilen als Beispiele für Projekte, die bereits verabschiedet seien. «Wir müssen sie auch umsetzen.» Bei seiner Wahlparty am Sonntagabend kündigte Schick an, er wolle einen neuen Stil einführen. «Ich habe gesprochen von der neuen Fairness, parteiübergreifend.»

SPD-Landtagsfraktionschef Daniel Keller sieht in der Wahl einen Schub für die Stadt: «Mit Tobias Schick gibt es acht Jahre Fortschritt, acht Jahre Aufbruch und eben nicht zurückgewandte Politik.» Vize-Ministerpräsidentin Ursula Nonnemacher von den Grünen beglückwünschte Schick bei Twitter: «Cottbus hat sich für Demokratie und Zukunft entschieden.»

Die Wahl galt als bedeutsam über die zweitgrößte Stadt Brandenburgs hinaus, weil es auch darum ging, ob die AfD bundesweit den ersten Oberbürgermeister einer Stadt stellt oder nicht. AfD-Bewerber Schieske wertete das Ergebnis positiv: «Das ist ein Riesen-Erfolg.» Er habe letztendlich gegen alle anderen Parteien gekämpft. «Ich denke, wir haben gut mobilisiert.»

Der noch amtierende CDU-Oberbürgermeister Holger Kelch trat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an. Sein Nachfolger beginnt das Amt am 30. November. Cottbus gilt laut Verfassungsschutz Brandenburg als Schwerpunkt des Rechtsextremismus.

© dpa
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