OB-Wahl: Socken-Kampagne junger Lausitzer für Weltoffenheit

Cottbus wählt in knapp 14 Tagen ein neues Stadtoberhaupt. Im Vorfeld machen sich junge Menschen in der Lausitz Gedanken über das Image der Stadt. Ihre Vielfalt zeigen sie mit einer besonderen Kampagne.
Vor dem Ortseingangsschild der Stadt Cottbus hängt an einem Pfahl ein Plakat der Kampagne «Blaue Socken». © Jörg Tudyka/Pro lausitz e. V./dpa

Mit einer ungewöhnlichen Kampagne wollen mehrere Lausitzer Vereine und Initiativen im Vorfeld der Cottbuser Oberbürgermeisterwahl auf ihre Stadt als weltoffenen Ort hinweisen. Angeregt durch das bekannte Wahlkampfmotiv der «Roten Socken» bei der Bundestagswahl 1994 gegen einen drohenden Linksrutsch wenden sie sich in einer humorvollen Aktion gegen Populismus und rechtes Gedankengut. Die erste «Blaue-Socken-Kampagne» Deutschlands solle in Cottbus ein klares Signal für eine junge Generation setzen, die Antworten auf den gesellschaftlichen und ökologischen Wandel geben möchte, hieß es von der überparteilichen Initiative. Plakate dazu sollen an diesem Dienstag in der Stadt hängen und unter anderem auch in sozialen Netzwerken auftauchen.

«Wir möchten uns als weltoffene Stadt präsentieren und den negativen Schlagzeilen über Demos von Rechtsextremen oder Corona-Kundgebungen ein realistisches Bild der Cottbuser Mehrheitsgesellschaft entgegensetzen», sagte Laura Staudacher von der Initiative Junge Lausitz der Deutschen Presse-Agentur.

Der 24-Jährigen zufolge muss der Strukturwandel nicht nur mit den Menschen vor Ort gelingen, er müsse im besten Fall junge Menschen und Fachkräfte begeistern, in die Lausitz zu kommen. «Anders werden wir die vielen neu geschaffenen Arbeitsplätze gar nicht adäquat besetzen können», ist Staudacher überzeugt. Um das zu erreichen, müsse etwas am Image der Stadt getan werden.

Am 11. September sind die Cottbuserinnen und Cottbuser aufgerufen, für die nächsten acht Jahre ihr neues Stadtoberhaupt zu wählen. Im Rennen sind eine Kandidatin und sechs Kandidaten: Lysann Kobbe (Die Basis), Johann Staudinger (Einzelbewerber), Thomas Bergner (CDU), Tobias Schick (SPD), Lars Schieske (AfD), Felix Sicker (FDP) und Sven Benken (Unser Cottbus). Amtsinhaber Holger Kelch (CDU) tritt bei der Wahl aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder an.

Die Protagonisten der Initiative haben für die Kampagne ihre Beine in bunte Socken gesteckt, die auf dem Plakat zu sehen sind. Über dem Bild steht: «Nicht die blauen Socken» - darunter der Aufruf: «Wählt DemokratInnen für den Cottbuser Aufbruch». Die Socken sollen nach Angaben der Akteure für die Vielfalt und Weltoffenheit der Stadt stehen. Initiiert wurde die Aktion von der Jugend Pro Lausitz, die zum Verein Pro Lausitzer Braunkohle gehört. Vorstand Lars Katzmarek sieht die jungen Lausitzer als Ankerzentrum des Strukturwandels, die für Vielfältigkeit und Willkommenskultur stehen. «Mit einem klaren Ja für ein Miteinander im Aufbruch der Lausitz wollen wir zur Cottbus-Wahl alle Wählerinnen und Wähler motivieren, Stadt und Region für die kommenden acht Jahre in weltoffene Hände zu legen.»

© dpa
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