Unions Gipfelsturm geht weiter: Showdown wartet

Lange schien gegen Gladbach das einzutreten, was schon seit Wochen erwartet wird. Union Berlin muss etwas Federn lassen und die Tabellenspitze abgeben. Stattdessen schaffen die Eisernen einen weiteren Kraftakt.
Berlins Diogo Leite wird verletzt am Boden behandelt. © Andreas Gora/dpa

Die Fans dürfen sich in Gedankenspielen verlieren, die Spieler von Tabellenführer Union Berlin bleiben erst einmal Genießer. «Die Fans träumen, aber wir reden nicht darüber. Wir geben einfach Gas», sagte Torschütze Kevin Behrens nach dem furiosen 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach durch zwei späte Treffer. Kollege Rani Khedira sagte mit strahlenden Augen: «Es ist natürlich schon ein geiles Gefühl, wenn die Fans uns dann nach dem Spiel noch einmal so feiern. Es ist eine sehr, sehr geile Momentaufnahme, die wir einfach genießen.»

Denn mal wieder schallte am Sonntagabend «Deutscher Meister wird nur der FCU» durch das Stadion An der Alten Försterei, auch wenn es nach 60 Minuten noch nach dem ersten richtigen Dämpfer der Bundesliga-Saison ausgesehen hatte, auf den Fußball-Deutschland zu warten scheint. Die Bayern wieder auf Platz eins, alles wieder normal.

Doch die Eisernen haben nun auch noch ihre Nehmerqualitäten wiedergefunden. Nachdem man die letzten vier Spiele, in denen man in Rückstand geriet, verloren hatte, kamen die Berliner gegen die couragiert auftretenden Gladbacher zurück - und wie. Angetrieben von den Rängen rollte Angriff um Angriff auf das Tor der Gäste. Der Siegtreffer schien die einzige logische Konsequenz, schon bevor er dann wirklich fiel.

Das beeindruckte auch Trainer Urs Fischer. «Es spricht für den Charakter und die Mentalität der Mannschaft, wenn du solch eine Wucht erzeugen kannst», sagte der Schweizer.

Nach zwölf Spieltagen stehen die Köpenicker mit 26 Punkten weiter an der Tabellenspitze. Wann wird aus einer Momentaufnahme eine Titelambition? «Wir fangen nicht an, rumzuspinnen. Unser Ziel bleibt das gleiche, egal ob wir nun 26 Punkte haben oder nicht, die 40-Punkte-Marke», sagte der Schweizer. Auch Siegtorschütze Danilho Doekhi blieb nach dem Spiel vorsichtig, ließ sich aber immerhin zu einem «Alles ist möglich» hinreißen.

Auf die Unterstützung ihres Anhangs müssen die Berliner am Donnerstag im entscheidenden Gruppenspiel um den Einzug in die K.-o.-Runde der Europa League bei Royale Union Saint-Gilloise (21.00 Uhr/RTL+) verzichten. Wegen verschiedener Verfehlungen von Teilen des Anhangs darf Union keine Auswärtstickets vergeben.

Fischer wollte den Wert des emotionalen Erfolgserlebnisses am Sonntag nicht überbewerten. «Es kann natürlich Kräfte freisetzen», sagte der 56-Jährige. Aber auch aus Niederlagen wie etwa der in Bochum am vergangenen Wochenende nehme man etwas mit. «Immer gut, wenn es dann im nächsten Spiel wieder aufgeht. Im Moment scheint das bei uns der Fall zu sein.»

© dpa ⁄ David Langenbein und Sabrina Szameitat, dpa
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