Turbine «platt»: Bangen um Champions-League-Platz

08.05.2022 Der Start war gut, aber dann lief die Heimpartie für Turbine Potsdam immer schlechter. Eigentlich wollten sich die Spielerinnen am Samstag für die Champions League qualifizieren. Nun wartet eine ganz schwere Aufgabe.

Ein Fußball liegt vor der Partie im Netz. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Bei aller Enttäuschung richtete Turbine Potsdams Trainer Sofian Chahed den Blick nach vorne. «Nächste Woche stehen noch spannende Fernduelle an und warum sollen wir nicht auch mal in München was mitnehmen», sagte der Coach nach der bitteren Heimniederlage seiner Fußballerinnen gegen Eintracht Frankfurt. Im Rennen um den Einzug in die Champions League war das ein herber Dämpfer.

Zwar stehen die Potsdamerinnen in der Bundesliga weiter auf Platz drei, der für die Königsklasse qualifiziert, und einen Rang vor den Hessinen, doch beide Teams sind punktgleich. Das bessere Torverhältnis spricht für Turbine, die Aufgabe am letzten Spieltag nicht. Denn während Frankfurt zu Hause gegen den Tabellenneunten Werder Bremen antritt, müssen die Brandenburgerinnen zum Tabellenzweiten FC Bayern München.

Das letzte Heimspiel der Saison in der Frauen-Bundesliga hatte sich Turbine anders vorgestellt. Das 0:2 war genauso enttäuschend wie die Art und Weise des Auftritts vor 2586 Zuschauerinnen und Zuschauern im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion. «Heute hat Frankfurt verdient gewonnen. Das muss man klipp und klar sagen», sagte Chahed.

Eigentlich startete Turbine die Partie stark und verpasste durch Stürmerin Sophie Weidauer (8. Minute) die Führung. Doch dann verloren die Potsdamerinnen mit zunehmender Spielzeit die Oberhand. Sie waren zu inaktiv und hatten zu wenig offensive Läufe, wie Chahed sagte. In der zweiten Halbzeit wurden die Hessinnen auch noch zunehmend aggressiver. Sie verstärkten ihre Offensivbemühungen, gewannen mehr Zweikämpfe und zwangen Turbine in eine abwartende Position.

Das mündete schließlich im Tor von Ex-Potsdamerin Lara Prasnikar (72.). Acht Minuten später traf Verena Hanshaw (80.). «In der zweiten Halbzeit wirkten wir platt. Woran es liegt, müssen wir jetzt analysieren, weil wir wissen es nicht», sagte Chahed.

Auf viele Rückkehrerinnen setzt der Coach gegen Bayern nicht. Lediglich Viktoria Schwalm, die bereits seit einigen Wochen wieder beim Mannschaftstraining dabei sei, sei eine Option.

Unabhängig davon, wie diese Saison ausgeht, wird es im Sommer bei Turbine einen großen personellen Umbruch geben: Wie am Samstag bekannt wurde, verlassen die Mittelfeldspielerinnen Luca Maria Graf, Dina Orschmann und Gina Chmielinski sowie Torhüterin Zala Mersnik den Club im Sommer. Die Abgänge von weiteren Verabschiedeten waren bereits bekannt: Stürmerin Melissa Kössler wechselt zur TSG Hoffenheim. Abwehrspielerin und Olympiasiegerin Isabel Kerschowski beendet ihre Karriere. Auch Kapitänin Sara Agrez verlässt den Verein.

Ob Nationalspielerin und Torjägerin Selina Cerci bleibt, ist noch offen. «Ja, ich verhandele noch», sagte die Stürmerin, die aktuell wegen einer Knieverletzung ausfällt, dem RBB.

© dpa

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