«Papa» Boateng will junge Herthaner führen

28.06.2022 Eine turbulente letzte Saison als Spieler will Kevin-Prince Boateng mit Hertha BSC vermeiden. Der 35-Jährige hofft auf einen Extra-Schub durch die Relegationserfahrungen.

Herthas Kevin-Prince Boateng vor dem Spiel. © Soeren Stache/dpa/Archivbild

Kuckucksrufe, Vogelgezwitscher und Enten auf dem Liebenberger See rufen eine trügerische Idylle hervor, doch die Turbulenzen der vergangenen Spielzeit sind nur schwer zu verdrängen. «Klar, ich bin mit einem positiven Gefühl aus der Saison gegangen, weil wir es am Ende geschafft haben, aber im Großen und Ganzen war es natürlich nicht positiv», sagte Fußball-Profi Kevin-Prince Boateng am Seeufer des Trainingszentrums im brandenburgischen Kienbaum am Dienstag, das Fußball-Bundesligist Hertha BSC noch bis kommenden Samstag zur Vorbereitung auf die kommende Spielzeit nutzt.

Der erst in der Relegation gegen den Hamburger SV geschaffte Klassenerhalt wirkt beim 35-Jährigen noch nach. «Ein Abstieg wäre eine Katastrophe für mich und den Verein gewesen», sagte Boateng, der sauer war, das erste Spiel gegen die Hanseaten von der Bank aus mitverfolgen zu müssen. Vor dem Rückspiel in Hamburg habe er dann Trainer Felix Magath aufgelistet, wie die Mannschaft zu spielen habe und welche Position er selbst dabei einnehmen werde. «Wenn wir so und so und so spielen, gewinnen wir das Spiel», erklärte Boateng erst Magath und später mit dem Laserpointer der versammelten Mannschaft.

Für Boateng bedeutete der 2:0-Erfolg in Hamburg einen Wendepunkt auch in Bezug auf die anstehende Saison. «Es war ein rettendes Spiel, um zu sagen, in diese Situation werden wir nicht noch mal kommen. Und wenn wir dahinkommen, wissen wir wenigstens, was es braucht, um da so schnell wie möglich rauszukommen.» Boateng selbst will dabei wieder einen wichtigen Part einnehmen. «Ich will genau die Rolle wie letztes Jahr: Ich bin da, um zu helfen. Der Papa zu sein von den jungen Burschen und dann hoffentlich auf dem Platz zu zeigen, was ich auch in Hamburg gezeigt habe oder auch in ein paar Spielen davor», sagte der offensive Mittelfeldspieler mit der Vorliebe auf der Zehner-Position.

Sein neuer Trainer Sandro Schwarz, mit dem sich Boateng schon Tage vor dem Trainingsstart zweieinhalb Stunden unterhalten hatte, bescheinigt dem früheren ghanaischen Nationalspieler bereits diese Rolle: «Er ist sehr offen, sehr ehrlich, sehr aktiv, auch im Coaching ist sein Verhalten sehr aktiv. Er ist dabei in der Gruppe und macht seinen Job sehr gut.»

Auch wenn eine Trainerkarriere damit vorgezeichnet sein könnte – auch Boatengs Berater hat dem ehemaligen Wandervogel auf dem europäischen Kontinent diesen Job vorgeschlagen – zögert der Spieler noch. Zu sehr will Boateng noch selber den Ball kicken. Angesichts von einem Wettkampfgewicht von 84 Kilogramm fühlt sich der 1,86 Meter lange Boateng auch fitter als vor einem Jahr. «Die Hochzeit und ein Umzug haben dazu beigetragen. Ich bin wahrscheinlich der Einzige, der im Urlaub fünf Kilo abgenommen hat.»

So vorbereitet hofft Boateng auf viele Einsatzzeiten in seiner «ganz sicher letzten Saison als aktiver Profifußballer», sagte der Routinier, «deswegen will ich jeden Tag genießen, egal was passiert.» Turbulenzen wie in der vergangenen Saison sollen dabei aber nicht auf der Tagesordnung stehen - eher eine Idylle wie auf dem Liebenberger See.

© dpa

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