Eisern in Europa League: Alles bereit für die große Party

12.05.2022 Noch ein Spiel, ein Heimspiel. Es könnte besser nicht sein: Die Alte Försterei wird beben. Weit über den Schlusspfiff hinaus. Das hat Gründe. Der Wichtigste heißt Europapokal.

Spielbälle liegen auf dem Rasen. © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der Zeitplan für die rauschende Party der Eisernen steht. Eine gute Stunde vor dem Anpfiff der Nachjubelzeit auf dem Balkon im Stadion An der Försterei wollen Trainer Urs Fischer und seine Mannschaft ihre erst dritte Saison in der Fußball-Bundesliga krönen - mit dem Einzug in den zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerb. «Sich nochmal zu verbessern gegenüber der vergangenen Spielzeit, ist Wahnsinn», sagte Fischer zwei Tage vor dem letzten Saisonspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Berlin-Köpenick gegen den bereits gesicherten Aufsteiger VfL Bochum.

Um 18.30 Uhr wollen die Spieler sich von den Fans nach einer langen und ausgiebigen Ehrenrunde auf dem Rasen dann von der Empore über dem Parkplatz vorm Stadion feiern lassen und verabschieden. Sonntag ein gemeinsames (Kater-)Frühstück, dann dürfen die Profis in den Urlaub. «Die Mannschaft ist im Fokus, die Mannschaft ist bereit», sagte Fischer vor der Partie, in der ein Unentschieden und sogar eine Niederlage zum Einzug in die Europa League reichen kann, aber nicht muss.

Verfolger 1. FC Köln liegt zwei Punkte als Siebter auf dem Conference-League-Platz zurück und spielt beim Tabellen-16. VfB Stuttgart. «Ich werde auf dem Laufenden sein», versicherte Fischer mit Blick auf das Geschehen im Ländle. Wie immer werden aber während der laufenden Partie keine Zwischenstände von den Unionern im Stadion eingeblendet oder verkündet - nur in der Halbzeit und nach dem Schlusspfiff.

Von seiner Herangehensweise will Fischer auch vor dem letzten Spiel einer erneut äußerst erfolgreichen Unioner Saison nicht abrücken. Frühzeitig knackten die Eisernen die Marke von 40 Punkten und setzten sich nach dem abgehakten Ziel Ligaverbleib ein neues: Europapokal. «Wir werden das Spiel angehen, so wie wir es immer angehen», versicherte Fischer, dessen Mannschaft in den vergangenen sechs Spielen 16 Punkte holte - kein Team der Liga war erfolgreicher. Daheim im Stimmungstempel in Ost-Berlin kassierte Union in den vergangenen zehn Spielen nur eine Niederlage.

Vergessen ist längst das Ergebnistief nach dem Weggang von Max Kruse Ende Januar. «Ein Rezept dafür gibt es nicht. Das habe ich nicht. Aber ich versuch’s», sagte Fischer in einem Interview der «Berliner Zeitung» (Donnerstag): «Es hilft, wenn man nach vorne schaut. Was gewesen ist, wirst du nicht mehr beeinflussen können.»

Was war, liest sich aber auch beeindruckend: Ein Jahr nach Fischers Ankunft in Berlin im Sommer 2018 stieg Union auf, im Folgejahr gelang vorzeitig der Klassenverbleib, danach der Einzug in die Conference League. In dieser Saison scheiterte Union zudem erst im Pokal-Halbfinale und kürte sich dank drei Siegen zum unumstritten inoffiziellen Hauptstadtmeister.

Dass ein weiterer Leistungsträger das Team dennoch nach dieser Saison verlassen wird, schmerzt Fischer schon. Eine gewisse Wehmut sei natürlich dabei, sagte Fischer über den bevorstehenden Weggang von Grischa Prömel zur TSG 1899 Hoffenheim: «Du verlierst einen sehr guten Spieler. Es ist aber auch der Lauf der Dinge.»

© dpa

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