Aufschwung mit Hindernissen: Hertha will «eklig» bleiben

Ein erneut später Punktverlust hält Hertha in der Abstiegsregion. Doch anders als in der vergangenen Saison geben die Leistungen der Mannschaft Hoffnung auf mehr Zählbares.
Der Mainzer Anthony Caci (l) trifft in der Nachspielzeit zum 1:1. © Thomas Frey/dpa

Die späten Punktverluste wirken nach, doch die Entwicklung der Mannschaft sorgt bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC für einen positiven Ausblick. «Ich finde, dass wir sehr stabil auftreten, dass wir auch gerade in den letzten drei Spielen punktetechnisch etwas mitgenommen haben. Dennoch ist das Gefühl da, es hätte der ein oder andere Punkt mehr sein können, ganz klar», sagte Hertha-Trainer Sandro Schwarz nach dem 1:1 bei seinem früheren Verein FSV Mainz 05.

Wie schon zuvor gegen Bayer 04 Leverkusen, als Hertha ein berechtigter Handelfmeter unterschlagen wurde, mussten sich die Berliner nach dem späten Ausgleichstreffer durch den eingewechselten Anthony Caci in der vierten Minute der Nachspielzeit mit lediglich einem statt drei Zählern begnügen. Zuvor hatte Lucas Tousart in der 30. Minute Hertha nach einer schönen Flanke von Chidera Ejuke in Führung gebracht. «Hätten wir diese Punkte gehabt, wäre es natürlich überragend», sagte Marvin Plattenhardt. Der Konjunktiv des Kapitäns würde die Berliner mit dann zehn Punkten in den oberen Bereich des Tableaus spülen. Die Realität weist für die Berliner sechs Punkte und die Abstiegsregion aus.

Doch anders als in der Vorsaison, in der Hertha nach sieben Spieltagen ebenfalls sechs Punkte auf der Habenseite verzeichnete, ist eine Entwicklung auch abseits des Rasens erkennbar. «Leistungstechnisch und inhaltlich haben wir sehr ordentliche Partien abgeliefert, müssen aber gleichzeitig stets kritisch bleiben, da es immer wieder Phasen gibt, in denen wir zu passiv sind, nicht für genügend Entlastung sorgen», analysiert Schwarz die sportlichen Aspekte und betonte: «Man sieht die Art, wie wir Fußball spielen wollen, das ist wichtig.»

Dazu kommt die Aufbruchsstimmung unter Neu-Präsident Kay Bernstein, der anders als Vorgänger Werner Gegenbauer den Fans mit Twitter-Botschaften wie «Leidenschaft pur! Motivation pur! Unser Verein! Einfach zur Wochenmitte mal danke dafür! Wir Herthaner, zusammen jetzt!», ein Gefühl des Dazugehörens vermittelt und so für ein harmonischeres Verhältnis zu den Anhängern sorgt. Dabei ist allen Beteiligten auch klar, dass bald mehr Zählbares auf dem Platz herausspringen muss. Auf Dauer entscheidet immer der sportliche Erfolg über die Stimmungslage bei einem Club.

Und für den Erfolg kommt die Länderspielpause für Schwarz gerade richtig. Es gebe viele Themen, die die Hertha nun weiter angehen werde, sagte der 43-Jährige. Die Arbeit gegen den Ball, die Konsequenz, mit der das Team nach der Balleroberung in die Tiefe geht, beim ersten Kontakt sauberer zu sein im Positionsspiel, benannte der Coach die Schwerpunkte der Arbeit. Zudem müsse die Mannschaft es beibehalten, «echt eklig» zu sein für die Gegner.

Auf neun Spieler, die zu ihren Nationalmannschaften reisen, muss Schwarz vor der kommenden Liga-Partie gegen die TSG 1899 Hoffenheim am 2. Oktober und im Testspiel beim Oberligisten 1. FC Frankfurt/Oder verzichten. Schwarz freut sich für die Spieler, für sein Team sind die Abstellungen kontraproduktiv, weil er nicht mit ihnen trainieren kann, um bessere Resultate zu erzielen.

© dpa
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