Weniger Adventsbeleuchtung an Ku'damm und Linden

Es leuchtet und blinkt in der abendlichen Dunkelheit im Dezember: Weihnachtseinkäufe verbinden viele Menschen mit festlich beleuchteten Innenstädten. Nun soll aber gespart werden. Auch in Berlin dürfte Weihnachten dunkler ausfallen.
Passanten gehen an einer Schneemann-Illumination nach dem Start der Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm-Tauentzien vorbei. © Carsten Koall/dpa/Bildarchiv

Die großen Advents- und Weihnachtsbeleuchtungen an den Berliner Einkaufsboulevards wie Ku'damm und Unter den Linden sind wegen fehlender Zuschüsse des Senats und der Energiekrise in Gefahr. Ziemlich sicher ist bereits, dass es deutlich weniger Lichter und Glanz geben wird als in früheren Jahren.

Für die Weihnachtsbeleuchtung am Ku'damm wollen die dortigen Geschäftsleute nun Sponsoren suchen und Spenden sammeln, hieß es in einem Aufruf am Dienstag. Einige Bezirke haben ähnliche Pläne.

Der Zusammenschluss der Geschäfte am Ku'damm und Umgebung, die AG City, schrieb: «Wir würden es sehr bedauerlich finden, wenn der Ku'damm in der kommenden Weihnachtszeit dunkel bleibt.» Die Menschen bräuchten gerade in der besinnlichen Zeit Hoffnung und Zuversicht. Gebeten wurde um finanzielle Unterstützung, «damit der Kurfürstendamm auch in diesem Jahr wieder zu einem funkelnden Weihnachtswintermärchen wird».

Die Bürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, Kirstin Bauch (Grüne), kritisierte, wegen der touristischen Bedeutung des Ku'damms sei dort nicht der Bezirk, sondern der Senat verantwortlich. Durch Beratungen mit der AG City, dem Senat und den Tourismuswerbern wolle man zumindest eine «Grundbeleuchtung» sicherstellen. Auch der Bezirk Mitte will Sponsoren suchen für eine «Grundausstattung» an Weihnachtsbeleuchtung für die «Linden» und die Friedrichstraße.

Der Senat bekräftigte nach Debatten der vergangenen Tage, dass er kein Geld zuschießen werde. «Wir können doch niemandem ernsthaft vermitteln, dass wir Hunderttausende Euro an Steuergeld für Weihnachtslichter ausgeben, während alle zum Sparen aufgerufen sind und wir Entlastungspakete für Menschen und Unternehmen schnüren», teilte Wirtschaftssenator Stephan Schwarz (SPD) mit. «Das passt schlicht nicht zusammen.»

Wenn sich private Sponsoren engagierten wie in den vergangenen Jahren und dabei energiesparende Systeme eingesetzt würden, «ist das gut und erfreulich», betonte Schwarz. Im Sommer hatte der Senat appelliert, private Lichter und die weihnachtliche Beleuchtung zu reduzieren, um «nennenswerte Einsparungen» zu erreichen.

Schwarz erklärte, der Senat habe bereits 2020 beschlossen, die Weihnachtsbeleuchtung ab 2022 nicht mehr mit Geld zu unterstützen. Vergangenes Jahr habe es noch 250 000 Euro für den Ku'damm gegeben, das war etwa die Hälfte der Gesamtkosten. Die andere Hälfte kam von den Geschäften und Sponsoren. In Mitte seien die Lichter am Boulevard Unter den Linden mit 160 000 Euro und in Neukölln mit 10 000 Euro unterstützt worden.

Die AG City erklärte, bei weniger Beleuchtung gehe es kaum ums Energiesparen. Die modernen LED-Lämpchen verbrauchten nur Strom für 8000 bis 10 000 Euro, «also ein Bruchteil der Gesamtkosten». Zudem wolle man die Stromkosten in diesem Jahr nochmals halbieren. Das Teuerste an der Weihnachtsbeleuchtung sei der Auf- und Abbau von 140 Kilometern Lichterketten in den Bäumen an der kilometerlangen Strecke von Ku'damm und Tauentzienstraße.

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf setzt weiterhin auf Glanz und Lichter und betonte, bei der Beleuchtung der Einkaufsstraßen handele es sich um eine «private Initiative» der Geschäfte. «Eine stimmungsvolle Adventsbeleuchtung kann für Menschen in der Krise auch ein Zeichen der Hoffnung sein.»

In Tempelhof-Schöneberg erklärte das Bezirksamt, die Weihnachtsbeleuchtung werde «definitiv reduziert» und eher «punktuell» eingesetzt. Es gebe weniger Licht, und es werde kürzer angeschaltet.

Marzahn-Hellersdorf wies auf die Kosten für die Betreiber von Weihnachtsmärkten und Geschäfte hin. Das Aufhängen der Lichter sei immer teuer und teilweise schon in den vergangenen Jahren ausgefallen. In Neukölln soll geprüft werden, welche Einsparungen durch weniger Licht an der Karl-Marx-Straße überhaupt möglich seien.

© dpa
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