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Brandenburg: Verbot für Privathaltung gefährlicher Tiere

Wer einen Löwen zuhause hält, kann Probleme bekommen: Brandenburg will eine Regelung zum Umgang mit gefährlichen Tieren auf den Weg bringen - nicht nur im Nachgang auf die irrtümliche Suche einer Löwin im Sommer.
Kleinmachnow: Gesuchte Löwin war ein Wildschwein
Michael Grubert (SPD), Bürgermeister von Kleinmachnow, redet bei einem Pressegespräch über Löwin und Wildschwein. © Paul Zinken/dpa

Die private Haltung gefährlicher Tiere soll nach dem Willen der Brandenburger Landesregierung grundsätzlich verboten werden. Dies kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Montag nach der ersten Tierschutzkonferenz des Landes an. «Zwölf Bundesländer haben eine solche Regelung und Brandenburg wird folgen, aber in enger Abstimmung mit Berlin.» Woidke nannte Großkatzen wie Löwen, Tiger und Leoparden, aber auch Reptilien als Beispiele. Die geplante Gefahrtierverordnung solle keine Kopie der Berliner Regelung sein. Brandenburg habe andere Voraussetzungen. In der Hauptstadt gilt bereits ein Verbot einiger wilder und exotischer Tiere.

Woidke: Gefährliche Tiere gehören nicht in Haushalte

Der Regierungschef verwies darauf, dass bei der Suche nach der vermeintlichen Löwin in Kleinmachnow im Sommer das Fehlen einer Regelung für gefährliche Tiere in Haushalten bewusst geworden sei. Das vermeintliche Raubtier hatte sich als Wildschwein entpuppt. Die Suche sorgte weltweit für Aufsehen. Gefährliche Tiere gehörten nicht in Haushalte, sagte Woidke. «Vor allen Dingen können diese Tiere ja in den allermeisten Fällen auch gar nicht artgerecht gehalten werden.»

Die rot-schwarz-grüne Landesregierung appelliert zugleich an den Bund, eine verbindliche Regelung für Handel und Zucht exotischer und heimischer Wildtiere zu schaffen. Die private Haltung exotischer Tiere wie Papageien und Reptilien werde zunehmend problematisch, weil die Haltungsbedingungen oft unzureichend seien, zu Beschlagnahmungen führten und Auffangstationen ausgelastet seien.

Unkontrollierte Vermehrung von Katzen eindämmen

Das Land will mehr Geld für die Katzenkastration zur Verfügung stellen. Den ehrenamtlichen Kräften im Tierschutz bereite der Schutz von Katzen die größten Sorgen, sagte Woidke. «Hier geht es vor allen Dingen darum, die unkontrollierte Vermehrung von Katzen einzudämmen.» Deshalb unterstütze das Land die Kastration und Sterilisation. Die Fördermittel steigen: Bisher standen rund 51.000 Euro für Katzenkastrationen zur Verfügung, berichtete Verbraucherschutzstaatssekretärin Antje Töpfer. Im kommenden Jahr soll die Förderung auf 100.000 Euro wachsen. Tierheime können Mittel für Kastrationen durch Tierärzte beantragen.

Änderung der Rasseliste

Brandenburg plant auch eine neue Hundehalterverordnung, weil die bisherige Regelung zum Juli 2024 ausläuft. Dafür ist das Innenministerium zuständig. Die Landestierschutzbeauftragte Anne Zinke sagte, ihr sei eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde und eine Änderung der Rasseliste wichtig. Das ist eine Liste von Hunden, die als gefährlich gelten. Sie ist von Land zu Land unterschiedlich. «Wir sind sehr dafür, einen Sachkundenachweis einzuführen», sagte Staatssekretärin Töpfer.

Der Vorsitzende des Landestierschutzbunds, Rico Lange, zeigte sich besorgt. Mehr Tiere als früher würden in Tierheimen abgegeben, sagte Lange. Er verwies als Grund auf steigende Kosten. Der Ministerpräsident appellierte an alle: «Tiere sollten grundsätzlich nicht auf dem Gabentisch landen.» Denn viele verschenkte Tiere würden hinterher wieder in Tierheimen abgegeben.

© dpa
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