Brandenburg sieht Chancen im Ausbau der Erdwärme

Die Erdwärme birgt nach Ansicht der Landesregierung große Chancen als Beitrag für die Wärmeversorgung und den Klimaschutz. «2030 werden wir mit einer solchen Normalität über Geothermie reden wie wir heute über das Thema Wasserstoff in der Energiewende reden», sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach am Freitag im Landtag in Potsdam. Projekte für die Erdwärme gebe es bereits in Potsdam, Neuruppin und Prenzlau, aber auch Werder Frucht, der Flughafen BER und das Thermalbad Bad Belzig wollten kohlendioxidfreie Wärme aus der Tiefe nutzen. Über Geothermie werde eher mit Blick auf Risiken als auf Chancen diskutiert. Neue Techniken könnten aber das Risiko von Bohrungen senken.
Sitz des Landtags in Brandenburg
Der Sitz des brandenburgischen Landtags zeichnet sich vor dem blauen Himmel ab. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Der Landtag stimmte für einen Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und Grünen. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, die Nutzung der tiefen Geothermie im Land aktiv voranzutreiben und kommerzielle Projekte zu fördern. Das Land habe dafür gute geologische Voraussetzungen. Derzeit stammen nach Angaben aus der Energiestrategie 2040 rund 90 Prozent der Wärme für Fernwärmenetze in Brandenburg aus fossilen - also klimaschädlichen - Quellen. Um die Klimaziele zu erreichen, seien umfangreichere Maßnahmen notwendig.

In Potsdam will der städtische Versorger EWP Wärme für bis zu 750 Wohnungen aus der Geothermie bereitstellen und zusätzlich ins städtische Fernwärmenetz einspeisen. Aus der Tiefe soll Thermalwasser kommen, dessen Wärme gewonnen und das über eine weitere Bohrung zurückgeleitet wird. Die Kosten des Projekts, das auch mit öffentlichen Mitteln gefördert wird, liegen bei rund 20 Millionen Euro.

Der Grünen-Abgeordnete Clemens Rostock sagte, Erdwärme stehe ganzjährig und verlässlich zur Verfügung. Ein Teil der Opposition hat jedoch Bedenken. Der AfD-Abgeordnete Peter Drenske sagte, die Kosten seien zu hoch, und es gebe das Risiko von Beben und der Senkung von Gebäuden. Der Freie-Wähler-Abgeordnete Philip Zeschmann sagte es, sei keineswegs sicher, ob in der Tiefe Schichten mit warmem Wasser seien, die genutzt werden könnten. Auch er wies auf ein Risiko von Erdbeben hin. Kleine Stadtwerke müssten finanziell unterstützt werden.

Linksfraktionschef Sebastian Walter kritisierte, die Koalition wolle die Erdwärme nur vorantreiben, wenn dies im Rahmen der zur Verfügung stehenden Personalstellen und Haushaltsmittel bleibe. Eine wirkliche Offensive zum Durchbruch von Geothermie sehe anders aus. Der Antrag sei nicht mehr als «ein Tropfen auf den heißen Stein».

Deutschlandweit sind nach Angaben des Bundesverbands Geothermie 42 tiefe Geothermieanlagen in Betrieb.

© dpa
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