Feuerwehr und Senat mit Test von E-Löschauto zufrieden

Zwei Jahre lang testete die Feuerwehr ein nur elektrisch betriebenes Löschfahrzeug - und ist zufrieden. Ein erster Schritt in eine Zukunft nur mit E-Autos?
Feuerwehrleute stehen hinter einem Einsatzfahrzeug. © Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

Löschen und fahren - alles voll elektrisch: Die Berliner Feuerwehr hat zwei Jahre lang ein fast nur mit Strom betriebenes Lösch- und Einsatzfahrzeug getestet. Am Freitag zogen die Feuerwehr und der Senat eine positive Bilanz: «Wir machen hier wirklich einen großen Schritt und Berlin ist hier wieder einmal Pionier», sagte Umweltstaatssekretärin Silke Karcher (Grüne) bei der Vorstellung der Bilanz am Freitag. Das Ergebnis kann laut Karcher ein Anfang sein für eine weitere Ausstattung in Berlin.

Auch der Ständige Vertreter des Landesbranddirektors, Karsten Göwecke, sprach von einem «vollen Erfolg»: «Ich bin stolz darauf, dass wir im Fuhrpark der Berliner Feuerwehr über das modernste Löschfahrzeuge der Welt verfügen.» Nach Angaben der Feuerwehr und des Senats seien vier weitere Löschfahrzeuge ausgeschrieben worden. Kosten für die Anschaffung: etwa 1,1 Millionen Euro pro Fahrzeug ohne Beladung.

Mit reinem Akkubetrieb soll das große und schwere Fahrzeug bis zu eineinhalb Stunden unterwegs sein können. Beim Löschen von Bränden soll die gesamte Technik samt den Pumpen, die den hohen Druck für Schläuche und Spritzen erzeugen, von Elektromotoren angetrieben werden. Der Akku wird in der Bereitschaftszeit auf der Feuerwache über ein Schnellladesystem geladen. Außerdem hat das Fahrzeug einen Dieselmotor, der bei langen Einsätzen den nötigen Strom erzeugt.

Gestartet war das Projekt bereits 2018, die Kosten dieses völlig neu entwickelten Feuerwehrautos beliefen sich auf 1,8 Millionen Euro. Ab Februar 2021 erfolgte laut Göwecke eine 13-monatige Testphase in Berlin, in der das Fahrzeug etwa 1600 Mal zu Einsätzen gefahren sei. Das E-Auto habe dabei eine Strecke von 14.000 Kilometern zurückgelegt, seine Pumpe sei über viele Stunden an der Einsatzstelle gelaufen. Es habe nicht ein Mal im Einsatz versagt, sagte Göwecke. Alle Einsätze hätten von Anfang bis Ende erfolgreich absolviert werden können.

Knapp 91 Prozent der Einsätze hätten dabei den Angaben zufolge rein elektrisch gefahren werden können. Bei zehn Einsätzen sei der Dieselmotor zum Einsatz gekommen, um den Akku nachzuladen. Über 10 Tonnen CO2 hätten im Vergleich zu konventionell angetriebenen Löschautos in dem Zeitraum eingespart werden können.

Mit Blick auf die Zukunft will die Feuerwehr die Ladeinfrastruktur für die E-Autos verbessern, damit diese auch im Katastrophenfall voll elektrisch betrieben werden können. Während des Tests habe es auf einer Wache einen Ausfall gegeben. Göwecke kündigte an, dass die Feuerwehr weitere «rein elektrische» Fahrzeuge testen möchte, darunter ein Gerätewagen Hygiene, ein Drehleiterwagen und ein Rettungswagen.

© dpa
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