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Bildungsmonitor: Berlin rutscht auf vorletzten Platz ab

Dass es um die Deutsch- und Mathe-Kenntnisse von Berliner Schülern relativ schlecht steht, haben kürzlich die Ergebnisse von Vergleichsarbeiten gezeigt. Eine neue Erhebung identifiziert weitere Problemfelder.
Einschulung
Ein Farbstift mit der Aufschrift «Ich wünsche dir einen guten Start in der Schule». © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Berlin ist im Länder-Bildungsvergleich laut einer neuen Untersuchung wieder deutlich abgerutscht. Die Hauptstadt landet im jährlichen Bildungsmonitor im Auftrag der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) nur noch auf Platz 15, vor Schlusslicht Bremen und hinter Brandenburg. In dem am Mittwoch veröffentlichen Ranking stehen Sachsen, Bayern und Thüringen an der Spitze. 2022 rangierte Berlin noch auf Rang 11, in den beiden Jahren zuvor auf Platz 13. 2019 war das Land Letzter.

Die Autoren bemängeln, dass der Anteil von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz in Berlin trotz Fortschritten hoch sei. Viele Kinder und Jugendliche erreichten nicht die Mindeststandards an Kompetenzen in Deutsch und Mathe. Ein weiteres Manko in der Hauptstadt sei der besonders enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Positiv wurde unter anderem hervorgehoben, dass die Betreuungsrelationen gut seien, also die Zahl der Kinder/Jugendlichen pro Lehrkraft. Außerdem besuche ein hoher Anteil Ganztagsangebote in Kitas und Schulen.

Der Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird seit 2004 jährlich im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erhoben, die von der Metall- und Elektro-Industrie finanziert wird. Verglichen werden die Bildungssysteme der Länder anhand verschiedener Kriterien «aus einer explizit ökonomischen Perspektive», wie es heißt. Es war die 20. Auflage der Studie. Die INSM kommt zu dem Schluss, dass sich das Bildungsniveau in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verschlechtert habe. Vor allem in den Bereichen Schulqualität, Integration und Bildungsarmut gebe es negative Entwicklungen.

«Die Kitas und Schulen haben noch keine gute Antwort darauf gefunden, dass die Schülerschaft in den vergangenen Jahren deutlich heterogener wurde, ein steigender Anteil zu Hause nicht deutsch spricht oder nur wenige Bücher im Haushalt besitzt», sagte Studienautor Axel Plünnecke vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Folge sei, dass die Ergebnisse von Kindern aus Haushalten mit Migrationshintergrund oder von bildungsfernen Haushalten besonders stark gesunken seien. INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben forderte eine «Vorschulpflicht für alle, die nicht oder schlecht deutsch sprechen». Diese Debatte wurde in den vergangenen Jahren öfter geführt.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Katharina Günther-Wünsch (CDU), unterstützt eine «Vorschulpflicht» für Kinder mit Sprachschwierigkeiten. Die Berliner Bildungssenatorin verwies am Mittwoch auf entsprechende Pläne für Kinder in Berlin: «In der letzten Instanz werden wir auch die Maßnahme der Bußgelder nicht scheuen, weil es darum geht, Kindern von Anfang an die besten Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen.»

In Berlin soll es nach den Plänen der CDU-SPD-Regierung ab 2025 so weit sein. Das Modell heißt «Kita-Chancenjahr». Ab Herbst 2024 sollen Kinder, die nicht zur Kita gehen, zu Sprachstandstests verpflichtet werden, wie Günther-Wünsch am Mittwoch ausführte. Ab Frühjahr 2025 würden Kinder, bei denen einen Förderbedarf festgestellt wurde oder die nicht zu den Tests erschienen sind, dann zum Kita-Besuch verpflichtet. Bußgelder für Eltern, die dabei nicht mitwirken, seien nicht vorrangig das Ziel, sagte die CDU-Politikerin, «sondern wir wollen tatsächlich beratend und unterstützend zunächst mit den Eltern arbeiten. Wir werden die Kita-Sozialarbeit ausbauen, um aufsuchende Beratung dann noch mal zu machen.» Wenn alles nicht greife, würden aber Bußgelder umgesetzt.

Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg appellierte angesichts der Ergebnisse des Bildungsmonitors, dass die Schulen in Berlin dringend die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schülern in den Kernfächern verbessern müssten. «Ohne ausreichendes Wissen in Mathematik, in Deutsch oder Englisch können die Jugendlichen den Start ins Berufsleben kaum schaffen», hieß es. Die Interessenvertretung der Familienunternehmer befürchtet einen abschreckenden Effekt auf neue Arbeitskräfte: «Wer möchte schon in einer Stadt wohnen, wo er sich nicht auf eine gute Bildung für seine Kinder verlassen kann?» Nötig seien «echte Reformen».

© dpa
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