Weiterführende Schule: Erstwunsch erfüllt sich seltener

Durch die steigenden Schülerzahlen können nicht mehr alle Jungen und Mädchen auf die gewünschte weiterführende Schule der Sekundarstufe wechseln. Das hat für die betroffenen Schüler womöglich negative Folgen.
Eine Schülerin meldet sich im Unterricht. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Immer weniger Brandenburger Schülerinnen und Schüler können nach der sechsten Klasse auf eine weiterführende Schule ihrer ersten Wahl wechseln. Im Schuljahr 2022/2023 gelang das nur knapp 80 Prozent der Jungen und Mädchen. Im vergangenen Schuljahr waren es noch knapp 90 Prozent, wie aus Antworten des Bildungsministeriums in Potsdam auf zwei Anfragen der Landtagsabgeordneten Ilona Nicklisch (BVB/Freie Wähler) hervorgeht.

Laut Ministerium haben mit Beginn des Schuljahres 2022/2023 rund 268 300 Jungen und Mädchen die weiterführenden Schulen in öffentlicher Trägerschaft besucht. Davon gingen rund 28.500 in eine freie Schule. Im vergangenen Jahr hatten rund 250.300 Kinder eine weiterführende Schule besucht.

Für dieses Jahr lagen den Schulämtern 19.600 Erstwünsche für einen Wechsel in die siebte Klasse an Oberschulen, Gymnasien und Gesamtschulen vor. Davon konnten gut 15.631 Schüler (79,8 Prozent) entsprechend ihrem Erstwunsch aufgenommen werden. Insgesamt wechselten in diesem Jahr fast 240.000 junge Brandenburger in eine Schule in öffentlicher Trägerschaft und 28.500 in eine freie Schule.

Nach Ansicht der Abgeordneten Nicklisch können die staatlichen Schulämter regional nicht mehr ein ausreichendes Angebot an ortsnahen Schulplätzen zur Verfügung stellen. So werde im Berliner Umland des Landkreises Märkisch-Oderland auf Gymnasien verwiesen, die selbst bei einer optimalen Anbindung Fahrzeiten von weit über einer Stunde pro Strecke mit dem öffentlichen Verkehr mit sich brächten. Bei ungünstiger Taktung komme es nicht selten zu Fahrzeiten von mehr als 90 Minuten.

Eltern der betroffenen Kinder wichen dadurch häufig auf private Schulträger aus. Dabei nähmen sie erhebliche Schulgelder in Kauf. Für die Kinder von Eltern, die dies nicht vermögen, reduziere sich dann die Freizeit der Kinder, so Nicklisch. Dieser «kaschierte Mangel» an Schulplätzen führe dazu, dass es an den Schulen in öffentlicher Trägerschaft immer weniger zu einer durchmischten Schülerschaft komme. Dagegen entwickelten sich stark nachgefragte Einrichtungen zu «Eliteschulen». Andere Schulen müssten die vermeintlich schwächeren Schüler auffangen.

© dpa
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