Land will Sprach-Kitas erhalten und an anderer Stelle sparen

Berlin will an seinen Sprach-Kitas festhalten, auch wenn es ab Mitte nächsten Jahres keine Fördergelder vom Bund mehr gibt. Davon profitieren nach Angaben der Senatsverwaltung für Bildung und Familie bislang 351 Berliner Kitas, die besondere Sprachförderung möglich machen. Das Land erhält rund 13,4 Millionen Euro jährlich aus dem entsprechenden Bundesprogramm.
Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

«Wir wollen die Sprach-Kitas weiterführen», sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung, Susanne Gonswa, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Finanziell sind wir zur Fortführung in der Lage, wenn wir bei den Maßnahmen zum Gute-Kita-Gesetz umverteilen.»

Organisatorisch bleibe der Bund aber weiterhin in der Pflicht etwa mit Blick auf den Wegfall der Regiestelle. Sie koordiniert unter anderem die Evaluation und organisiert den Fachaustausch untereinander. Aus Berliner Sicht wäre es deshalb sinnvoll, das Bundesprogramm noch bis Ende 2024 fortzuführen und danach mit der geplanten Einführung eines Qualitätsentwicklungsgesetzes die Verantwortung in die Länderhoheit zu übergeben, so die Senatsverwaltung.

Der Staatssekretär für Jugend und Familie, Aziz Bozkurt (SPD), sagte am Donnerstag in der RBB-«Abendschau», das Thema Sprach-Kitas habe für Berlin höchste Priorität. «Wir werden sie weiterführen. Das Thema ist, was dann wegfällt.» Bozkurt wies auf Maßnahmenpaket im Rahmen des «Kita-Qualitätsgesetzes» hin. «Da werden wir gucken, was müssten wir von den bisherigen Maßnahmen rausnehmen, um die Sprach-Kitas weiterfördern zu können.»

Berlins Bildungs- und Familiensenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) ist derzeit Vorsitzende der Jugend- und Familienministerkonferenz. Sie hatte die ursprüngliche Ankündigung des Bundes scharf kritisiert, die Förderung bereits Ende 2022 zu beenden.

Über das Programm «Sprach-Kitas» finanziert der Bund seit 2016 zusätzliches Personal an Kitas zur Sprachentwicklung. Ab kommendem Jahr sollen nach dem Willen der Bundesregierung die Länder selbst die Förderung übernehmen, da Kitas Ländersache sind. Zunächst wollte der Bund das Programm Ende 2022 auslaufen lassen. Die Länder protestierten lautstark dagegen. Mittlerweile hat Familienministerin Lisa Paus (Grüne) ihnen eine Übergangsfrist bis Mitte 2023 angeboten.

Die Bundesministerin argumentiert damit, dass die Länder über das vom Bund geplante sogenannte «Kita-Qualitätsgesetz» in den kommenden zwei Jahren vier Milliarden Euro für Personal und Qualität in Kitas bekommen. Das Geld könne auch zur Sprachförderung eingesetzt werden.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Fußball news
DFB-Pokal: «Nicht die Mülleimer der Nation»: Schiri erklärt Trainer-Rot
People news
Musikpreise: First Lady Jill Biden mit Auftritt bei den Grammys
Das beste netz deutschlands
Neues Topmodell: Samsung spendiert S23 Kamera mit 200 Megapixeln
Handy ratgeber & tests
Featured: Samsung Galaxy S23-Serie: Das S23, S23+ und S23 Ultra im Hands-on
Internet news & surftipps
Digital Internet News & Surftipps: US-Chiphersteller will Milliarden-Fabrik im Saarland bauen
Games news
Featured: FORSPOKEN: Besetzung - alle Darsteller:innen & Synchronsprecher:innen
Games news
Featured: FORSPOKEN: Die besten Tipps und Lösungen im Guide
Wohnen
Energiespargeräte betroffen: Bundesnetzagentur stoppt Verkauf von verbotenen Produkten