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Berlins achtes Frauenhaus eröffnet: Vorbeugung gefordert

Wenn Frauen zum Beispiel Schutz vor einem gewalttätigen Partner suchen, finden sie bisher nicht immer sofort einen Platz in einem Frauenhaus. Mit einer neuen Einrichtung sollen nun auch spezielle Versorgungslücken geschlossen werden.
Frauenhaus
Eine Frau steht vor einem Frauenhaus in Berlin. © Sophia Kembowski/dpa

Für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder steht in Berlin ein neues Frauenhaus mit 40 Plätzen zur Verfügung. «Insbesondere Frauen mit Behinderungen, Transfrauen und Frauen mit jugendlichen Söhnen, die bisher nicht ausreichend versorgt wurden, werden im achten Frauenhaus Schutz finden», sagte Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD). Sie besuchte die kürzlich eröffnete und teils schon bewohnte Einrichtung am Mittwoch mit Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) und Elke Büdenbender, der Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

«Gewalt gegen Frauen ist zu sehr alltäglich», sagte Paus. In Deutschland würden jede Stunde mehr als 14 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Täglich versuche ein Partner oder Ex-Partner, seine Frau umzubringen - jeden dritten Tag leider erfolgreich. Ziel sei es aber, dass Frauen ihr Leben selbst bestimmen und frei von Gewalt leben könnten. Es gelte, Lücken in der Versorgung zu schließen. Der Umbau und Sanierung des Berliner Gebäudes kosteten 4,7 Millionen Euro, davon kamen 2,3 Millionen aus dem Bundesförderprogramm «Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen».

Gewalt gegen Frauen und Kinder sei ein so schmerzhaftes Thema, sagte Büdenbender im neuen Frauenhaus. «Ich bin sehr dankbar, dass es das hier gibt.» Ganz wichtig sei Prävention, damit Frauenhäuser hoffentlich irgendwann nicht mehr nötig seien.

Der Standort der Einrichtung unter der Führung des AWO Kreisverbandes Berlin-Mitte ist zum Schutz der Bewohnerinnen geheim. Auch hilfesuchende Frauen bekommen zunächst keine Adresse genannt, sondern werden zunächst zu anderen Treffpunkten gelotst. In dem hell und freundlich gestalteten Haus finden Kinder und Jugendliche auch Räume, um zum spielen oder sich zurückzuziehen. Es gibt Gemeinschaftsküchen, die Frauen können aber auch kleine Küchen in ihren Wohneinheiten nutzen.

Insgesamt stünden nun 477 akute Schutzplätze für Frauen und ihre Kinder in der Stadt zur Verfügung, teilte die Sozialverwaltung mit. Betroffene könnten darüber hinaus noch in speziellen Wohnungen Zuflucht finden.

Vor Ort hat auch eine sogenannte Clearingstelle für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder die Arbeit aufgenommen. Das sei für Berlin ein Novum, sagte Kiziltepe. Der Schutzort mit 15 Plätzen soll die Frauenhäuser der Stadt entlasten. Es geht dabei zum Beispiel um die Weitervermittlung von Hilfesuchenden, auch an Frauenhäuser außerhalb von Berlin und Brandenburg, wie Mitarbeiterinnen erklärten. Träger ist die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG), die seit vielen Jahren die BIG-Hotline anbietet: Dorthin können sich Betroffene selbst, aber auch Menschen aus deren Umfeld wenden. Das Beratungsangebot ist täglich von 8.00 bis 23.00 Uhr unter 030 - 611 03 00 erreichbar.

Die Zahl der Opfer von häuslicher Gewalt in Deutschland nimmt laut dem Lagebild von Juli 2023 seit Jahren zu. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 240 000 Opfer registriert, 8,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mehr als sieben von zehn Betroffenen sind weiblich. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg auf 197 348 - meist Männer. Das sind nur die erfassten Fälle, viele bleiben wohl auch im Verborgenen.

Fachleute berichten schon seit Jahren, dass Frauen wegen des angespannten Wohnungsmarktes teils nur schwer aus Frauenhäusern in eine eigene, bezahlbare Wohnung umziehen können. Das kann zu aufwendiger Platzsuche in akuten Fällen führen.

© dpa
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