Zuzahlungen für Pflege steigen auch mit Kostendämpfer

Schon seit langem müssen viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen damit klar kommen, dass die Pflege im Heim immer teurer wird. Bringt ein staatlicher Kostendämpfer die erhoffte Entlastung?
Eine Pflegefachkraft legt in der ambulanten Pflege einen Kompressionsverband an. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Selbst zu zahlende Anteile für Pflegebedürftige in Berliner Heimen sind weiter gestiegen und werden von neuen Zuschüssen nur teilweise abgefedert. Im ersten Jahr im Heim waren zum 1. Juli 2119 Euro pro Monat aus eigener Tasche fällig - 45 Euro mehr als noch zum 1. Januar, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab. Die Zuschüsse, die zu Jahresbeginn eingeführt wurden, steigen mit längerem Heim-Aufenthalt. Kostenzuwächse werden dann jeweils stärker gedämpft. Ohne Zuschüsse wären es nun im Schnitt für alle in Berlin 2176 Euro als Zuzahlung, 48 Euro mehr als zum 1. Januar.

Damit war Berlin im bundesweiten Vergleich allerdings noch eher günstig. Im ersten Jahr im Heim waren zum 1. Juli im bundesweiten Schnitt 2200 Euro pro Monat aus eigener Tasche fällig - 67 Euro mehr als zum 1. Januar. Ohne Zuschüsse wären es nun im Schnitt für alle 2248 Euro als Zuzahlung, 69 Euro mehr als zum 1. Januar.

In den genannten Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg in Berlin nun - noch ohne Zuschüsse - von 1090 Euro im Januar auf 1126 Euro zum 1. Juli an.

Zu Jahresbeginn traten aber auch Neuregelungen einer Pflegereform in Kraft. Heimbewohnerinnen und Heimbewohner bekommen damit jetzt neben den Zahlungen der Pflegekasse einen Entlastungszuschlag, der mit der Pflegedauer steigt. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll so im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten um 25 Prozent, im dritten um 45 Prozent, ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Konkret zeigten sich damit laut der Auswertung abgestufte Effekte im Vergleich vom 1. Januar zum 1. Juli: Im zweiten Jahr im Heim stiegen in Berlin selbst zu zahlende Anteile im Schnitt um 38 Euro auf nun 1894 Euro, im dritten Jahr um 31 Euro auf 1669 Euro und ab dem vierten Jahr im Heim noch um 22 Euro auf durchschnittlich 1387 Euro. Gründe für die Kostensteigerungen sind gestiegene Löhne und höhere Lebenshaltungs- und Energiekosten, wie der Verband erläuterte. Denn der Zuschuss beziehe sich nicht auf Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.

© dpa
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