Tierheim versorgt 440 Katzen: So viele wie lange nicht mehr

Das Katzenhaus im Berliner Tierheim platzt aus allen Nähten. Weitere Tiere können nicht bewältigt werden. Für die Überlastung gibt es verschiedene Gründe.
Eine junge Katze liegt im Mutter- und Kinderkatzenhaus im Berliner Tierheim. © Monika Skolimowska/dpa/Archivbild

Im Katzenhaus im Tierheim Berlin werden in diesem Sommer so viele Katzen versorgt wie seit Jahren nicht mehr. In den ersten sieben Monaten 2022 wurden 110 mehr Katzen in der Einrichtung in Falkenberg abgegeben als im Vorjahreszeitraum, sagte Sprecherin Ute Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur. Demnach leben momentan 440 Tiere in dem Heim - das habe es schon mal gegeben, aber nicht in den vergangenen drei Jahren. «Das Tierheim kann die Aufnahme von noch mehr Katzen aktuell nicht bewältigen», sagte Reinhardt.

Wegen der hohen Zahl wurde im Juli in der Einrichtung im Norden Berlins ein Aufnahmestopp für Katzen, Hunde und andere Tiere verhängt. Etwa 1400 Tiere würden täglich im Tierheim betreut, 300 mehr wären es, wenn alle Anfragen beantwortet werden würden, hieß es in einer Mitteilung. Tiere aus privater Haltung können nicht mehr abgeben werden. Es würden aber weiterhin Fundtiere, durch Veterinärämter sichergestellte Tiere und sonstige Notfälle aufgenommen.

Die starke Überlastung hat nach Angaben des Tierheims verschiedene Gründe. Es habe deutlich mehr Sicherstellungen durch die Veterinärämter gegeben als in den Vorjahren, auch die Zahl der Fundtiere sei gestiegen. «Inwieweit Corona eine Rolle spielt, kann man nur vermuten», sagte Reinhardt. Reisen sei wieder leichter geworden, die Tiere, die während der Pandemie angeschafft wurden, wüchsen manchen Haltern über den Kopf.

Reinhardt wies darauf hin, dass eine gute Aufklärung dabei helfen könne, dass weniger Katzen abgegeben werden: «Einigen ist nicht klar, dass die Aufnahme einer Katze eine verantwortungsvolle Aufgabe ist», sagte Reinhardt. Das Tierheim berate immer gerne rund um die Haltung von Katzen. Bei der Vermittlung aller Tiere, also nicht nur von Katzen, seien die Tierschützer bemüht, dass die Tiere in die richtigen Hände kommen. Nur 2 von 100 vermittelten Tieren kämen zurück.

Das Tierheim geht davon aus, dass der Aufnahmestopp nur vorübergehend sein wird. «Wir hoffen auf eine Entspannung zum Herbst hin, so dass wir dann wieder Abgabetiere aufnehmen können», sagte Reinhardt. In der Zwischenzeit stehe das Tierheim privaten Tierhaltern mit Rat und Tipps zur Seite, wie sie die schwierige Zeit überbrücken können. «Manchmal lassen sich die Probleme mit dem Tier so schon lösen», sagte Reinhardt.

© dpa
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