«Cool am Pool»: Konfliktlotsen gegen Stress in Bädern

Mit beruhigenden Worten gegen Streit und Aggressionen - das ist die Aufgabe junger Konfliktlotsen in zwei Berliner Schwimmbädern. Schon im zwölften Jahr sind die Jugendlichen und jungen Leute des Projekts «Bleib cool am Pool» in Bädern unterwegs, in diesem Jahr im Neuköllner Columbiabad und im Sommerbad Pankow. Derzeit arbeiten bei dem Projekt 25 junge Männer und eine Frau mit, wie Leiter Arne Freudenberg und die Berliner Bäder am Montag mitteilten.
Ein Mitglied des Konfliktlotsen-Projekts «Cool am Pool» beobachtet vom Beckenrand im Sommerbad Pankow das Badegeschehen. © Wolfgang Kumm/dpa

Die Streitschlichter werden vor allen an heißen Wochenenden eingesetzt, wenn die Freibäder überfüllt sind und es schneller zu Streits zwischen Badegästen kommt. Stress gibt es oft in der Warteschlange am Sprungturm, an der Rutsche und im Kinderbecken. Sie sollen aber auch darauf achten, dass Jugendliche ihren Müll richtig wegwerfen, nicht andere Besucher ins Becken schubsen oder über Handtücher rennen.

«Wir arbeiten nur mit Worten», sagt einer der Konfliktlotsen. Es gehe darum, dass die Menschen Regeln einhalten und Spaß hätten. Wichtig sei es, früh einzugreifen, um entstehende Konflikte zu beruhigen. Wenn es handgreiflich werde, müssten die Wachleute eingreifen. 6,50 Euro erhalten die Konfliktlotsen pro Stunde als Aufwandsentschädigung. Vor den Sommerferien erhalten sie eine Schulung. Bezahlt wird das Projekt, das es seit 2011 in Zusammenarbeit mit der Polizei gibt, von den Bäder-Betrieben. Schon damals gab es vereinzelt Schlägereien in überfüllten Freibädern.

Auch in diesem Sommer gab es drei größere Vorfälle, bei denen die Polizei eingreifen musste. Im Bad am Insulaner in Steglitz und im Neuköllner Columbiabad waren aus kleineren Streitereien zwischen Jugendlichen und jungen Männern heftige Tumulte entstanden. Wachleute mussten eingreifen, schließlich rückte ein größeres Polizeiaufgebot an. Konfliktlotsen berichteten, dass viele Randalierer bekannt seien, häufig hätten sie schon Hausverbot erhalten. Das sei aber am Eingang kaum zu kontrollieren, so dass es immer wieder zu Problemen mit denselben jungen Männern käme.

Letztlich sind das Einzelfälle, die aber für großes Aufsehen sorgen und manche Besucher beunruhigen. Rund 170 Wachleute von privaten Sicherheitsfirmen sind an heißen Wochenenden in den Berliner Freibädern im Einsatz. 1,5 Millionen Euro geben die Bäder dafür pro Jahr aus.

Nach der letzten Randale von jungen Männern im Neuköllner Columbiabad mit elf Verletzten stationierte sich die Polizei zeitweise vor dem Bad. Die Angreifer waren mit Schlagwaffen und Reizgas gezielt auf Wachleute im Schwimmbad losgegangen. Drei junge Männer im Alter von 19, 23 und 24 Jahren wurden in einem Auto in der Nähe entdeckt und festgenommen. Nach den anderen Angreifern wird weiter gesucht. Die Polizei hatte ein Zeugenportal für Hinweise, Fotos oder Beobachtungen eingerichtet.

© dpa
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