Brand im Grunewald für Feuerwehr weiter herausfordernd

05.08.2022 Die Feuerwehr hat in Berlin weiter alle Hände voll zu tun. Der Brand im Grunewald ist nicht gelöscht. Noch ist nicht einmal sicher, wann ein Brandeinsatz auf dem Sprengplatz der Polizei möglich ist.

Rauch steigt hinter einem Touristen auf dem Teufelsberg bei einem Brand im Grunewald auf. © Kay Nietfeld/dpa

Einen Tag nach Ausbruch des Feuers im Berliner Grunewald kämpft die Feuerwehr weiter gegen die Flammen und muss noch eine Reihe von Problemen lösen. Löscharbeiten rund um den Sprengplatz der Polizei, wo der Brand ausgebrochen war, sind nach Einschätzung der Feuerwehr lebensgefährlich, weil dort Munition lagert, die jederzeit detonieren könnte. Am Freitag wolle man ab 07.00 Uhr über das weitere Vorgehen beraten, sagte Feuerwehrsprecher James Klein. Danach könne man vermutlich besser einschätzen, bis wann mit weiteren Beeinträchtigungen des Verkehrs zu rechnen sei. Die Brandursache ist weiter unklar - und auch, ob es zuerst brannte oder zunächst zu Explosionen kam.

Das Feuer war am frühen Donnerstagmorgen ausgebrochen. Noch vor Sonnenaufgang waren Explosionen zu hören, auf dem und rund um den Sprengplatz im Grunewald loderten Flammen. Der Brand weitete sich im Lauf des Tages in dem knochentrockenen Waldgebiet noch deutlich aus. Der Einsatz eines mit Kameras ausgestatteten und ferngesteuerten Spezialroboters der Bundeswehr, mit dem die Lage auf dem Sprengplatz erkundet werden sollte, musste am Abend abgebrochen werden.

Feuerwehrsprecher Klein sagte am frühen Freitagmorgen, die Feuerwehr habe aus anderen Bundesländern sowie von der Bundeswehr Unterstützung in Form von vier gepanzerten Kettenfahrzeugen erhalten. Dazu zähle etwa ein Löschpanzer, wodurch die Einsatzkräfte neue Möglichkeiten erhielten.

Rund um den Sprengplatz hatte die Feuerwehr am Donnerstag einen Sperrkreis von rund 1000 Metern gezogen. Am späten Donnerstagnachmittag gab es innerhalb der Sicherheitszone die ersten Löscharbeiten.

Ein weiterer Sprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, sagte, es sei nicht davon auszugehen, dass sich das Feuer über den 1000-Meter-Sperrkreis hinaus ausbreite. Einsatzkräfte hatten die angrenzenden Waldgebiete bewässert, um ein Ausbreiten der Flammen zu erschweren.

Wohngegenden sind nach Angaben der Feuerwehr durch den Brand nicht in Gefahr, die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Das Gebiet wurde großräumig abgesperrt. Davon waren auch die Autobahn Avus und Teile des Regional-, Fern- und S-Bahnverkehrs betroffen. Einschränkungen waren bis mindestens Freitagmorgen, 6 Uhr, angekündigt.

Zunächst sei am Freitag eine Bewertung der Lage auf dem Sprengplatz nötig, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein in einer rbb-Sondersendung zum Großbrand im Südwesten Berlins am Donnerstagabend. «In den Morgenstunden wird die Bundeswehr gemeinsam mit der Polizei Berlin versuchen, dort Bilder zu machen, damit der Sprengmeister eine Einschätzung durchführt», sagte Kirstein. Es sei davon auszugehen, dass die Sperrung etwa der Autobahn Avus vielleicht sogar tagsüber noch nicht aufgehoben werden könne.

Inzwischen hat die Diskussion darüber begonnen, ob der Sprengplatz der Polizei im Grunewald an der richtigen Stelle ist. Berlins CDU-Landeschef Kai Wegner hat Verhandlungen mit Brandenburg über einen gemeinsamen Sprengplatz beider Länder gefordert. Aus dem Brand im Grunewald auf und rund um den Sprengplatz der Berliner Polizei müsse man die richtigen Konsequenzen ziehen, sagte Wegner in der rbb-«Abendschau» am Donnerstag. «So ein Sprengplatz gehört nicht in ein Naherholungsgebiet.»

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey kündigte an, über den Standort reden zu wollen. «Wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir in Zukunft mit diesem Sprengplatz umgehen und ob auf Berliner Stadtgebiet ein solcher Ort der richtige ist», sagte die SPD-Politikerin nach einem Besuch im Grunewald, für den sie ihren Urlaub unterbrochen hatte. Giffey kündigte Gespräche mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) über die Möglichkeiten für eine entsprechende Zusammenarbeit in der Metropolregion an.

© dpa ⁄ Monika Wendel, Matthias Arnold und Andreas Heimann, dpa

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