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Autorin kritisiert Lausitzfestival

Beim Lausitzfestival soll lokale Identität auf Internationalität treffen. Doch das Konzept gerät zum Zankapfel zwischen regionalen Kunstschaffenden und Leitung. Eine bekannte Autorin findet deutliche Worte.
Dr. Grit Lemke
Dr. Grit Lemke, beim European Doc-film in China 2010. © Wenhao Yu/EPA/dpa

Das seit 2020 stattfindende länderübergreifende Lausitzfestival hat nach Ansicht von Autorin und Filmemacherin Grit Lemke sein Ziel, die Region und den Strukturwandel abzubilden, verfehlt. Nach ihrem Rückzug aus dem künstlerischen Festivalbeirat bekräftigt Lemke nun ihre Kritik. «Ich bin nicht mehr im Beirat, weil er keine demokratische Mitgestaltung auf Augenhöhe bietet», sagt sie der Deutschen Presse-Agentur. Das Programm sei den Mitgliedern vorgesetzt worden, der Beirat durfte Vorschläge machen, aber nicht mitgestalten. Das sei aber ihre Intention gewesen, weil sie den Gedanken des Festivals wichtig finde für ihre Region, betont Lemke.

Regionalen Akteuren fehlt Mitgestaltung am Programm

Die Autorin («Kinder von Hoy») schließt sich mit ihrer Kritik einem offenen Brief von zahlreichen Lausitzer Kulturschaffenden aus dem Herbst an, die der Festivalleitung vorwerfen, die regionale Kulturszene kaum mit einzubeziehen. Sie fordern ein «echtes Lausitz Festival» und ein größeres Mitgestaltungsrecht bei der Programmentwicklung. «Der Beirat muss ein Ort offener Diskussion und gelebter Demokratie werden», heißt es. Die regionalen Kunstschaffenden befürchten, dass die mangelnde Verankerung des Lausitz Festivals zu negativen politischen Folgen führen kann. Unter anderem MDR Kultur und die «Sächsische Zeitung» hatten berichtet.

Das Lausitz Festival findet jährlich als länderübergreifendes Kunstfestival in Sachsen und Brandenburg statt. Es soll den Strukturwandel in der Lausitz begleiten. Ende August 2024 soll die fünfte Ausgabe stattfinden. Das Festival ist am 6. Dezember auch Thema im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Landtag.

Die im April gegründete Lausitz Festival GmbH verweist auf den «sehr konkreten Auftrag», der an die Fördermittel geknüpft sei. Der Bund stelle jährlich rund vier Millionen Euro mit dem Ziel bereit, das Festival zu einer kulturellen Leitmarke zu entwickeln. Nach Angaben der Aufsichtsratsvorsitzenden Brigitte Faber-Schmidt soll durch außergewöhnliche Kunstveranstaltungen von internationaler Strahlkraft überregionale Aufmerksamkeit für die Lausitz erzeugt werden. Das Programm entstehe stets im Austausch mit Menschen aus der Region, so die Abteilungsleiterin im Brandenburger Wissenschaftsministerium.

Lausitzfestival bildet Region und Menschen nicht ab

«Das Festival bildet weder die Lausitz noch die Menschen ab. Sie finden sich darin nicht wieder», kritisiert Lemke. So falle etwa die Zweisprachigkeit - das Sorbische - hinten runter. Die Künstlerin aus Hoyerswerda geht mit ihrer Kritik noch einen Schritt weiter. Das Festival agiere mit «kolonialer Attitüde», die künstlerische Leitung sei «komplett westbestimmt und männlich». Sie erlaube sich den «Eingeborenenblick», sagt die promovierte Ethnologin. Auch der diverse Gedanke fehle dem Festival.

Intendantenwahl ist für Akteure nicht transparent

Die regionalen Kunstschaffenden kritisieren in ihrem offenen Brief auch eine fehlende Transparenz bei der Besetzung der Intendanz des Festivals. Dies sei angesichts der hohen Fördersumme, für die diese Person die Verantwortung trage, ein Vorgang, der erklärt werden müsse. Die Fördermittel seien Steuergelder, die auch sie bezahle, kritisiert Lemke. «Ich möchte wissen, was mit meinem Geld passiert.»

Vom Brandenburger Kulturministerium hieß es dazu auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Landtag, die Idee zum Lausitz Festival und ihre bundesseitige Finanzierung seien maßgeblich vom Intendanten Daniel Kühnel konzipiert und vorbereitet worden. Seine Vorschläge und Pläne würden von einem Künstlerischen Interimsbeirat seit 2020 regelmäßig begutachtet. Mit Kühnel sei im April ein Fünf-Jahresvertrag in Würdigung seiner Aufbauarbeit abgeschlossen worden.

© dpa
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