Nach Krise: Wieder mehr Pendler in Brandenburg unterwegs

In Brandenburg waren zuletzt wieder deutlich mehr Pendler als noch im ersten Corona-Jahr 2020 unterwegs. Neben Bahn und Auto setzten sie verstärkt auch auf Fahrgemeinschaften. Parallel dazu entwickelte sich aber der Trend zum Homeoffice.
Ein Schild mit der Aufschrift «P+R» für «Parken und Reisen» steht auf einem Parplatz. © Jens Kalaene/dpa/Symbolbild

In Brandenburg sind täglich fast 1,17 Millionen Pendler unterwegs. Das geht aus Zahlen des Portals «Pendleratlas.de» hervor, das sich unter anderem aus Daten des Statistischen Bundesamtes speist. Demnach sind die Pendlerzahlen im Land 2021 gegenüber dem Vorjahr wieder merklich gestiegen, das traf auf die rund 165.000 Einpendler, die 305.000 Auspendler und die etwa 700.000 Binnenpendler zu. Die größte tägliche Pendlerbewegung gab es mit insgesamt etwa 124.000 in der Landeshauptstadt Potsdam.

Mit Stichtag 31. März 2022 ist die Zahl der Auspendler sogar auf fast 310.000 gestiegen, wie Christian Henkes, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit mitteilt. Fast drei Viertel davon pendelten jeden Tag nach Berlin. An zweiter Stelle folgte mit einem Anteil von nur 1,2 Prozent Hamburg.

Die Zahl der Einpendler war zu dem Stichtag bereits auf 170.000 gestiegen, von denen fast 55 Prozent aus Berlin kamen. 11,4 Prozent pendelten demnach aus Polen ein und 2,9 Prozent aus dem sächsischen Landkreis Bautzen. Rund 26.000 Einpendler arbeiteten im Bereich Verkehr und Lager.

«Beispiele wie Tesla zeigen: Unternehmen sind auf Arbeitskräfte angewiesen, die auch weitere Anfahrtswege auf sich nehmen», sagt der Sprecher der Vereinigung der Unternehmerverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), Carsten Brönstrup. In Brandenburg seien die Beschäftigten sehr mobil. Fast die Hälfte (48 Prozent) der sozialversicherungspflichtig arbeitenden Brandenburger pendelte im vergangenen Jahr zu Arbeitsstätten, die außerhalb ihres Landkreises lagen. Fast jeder zehnte Berliner Beschäftigte habe seinen Wohnort in Brandenburg. «Zugleich pendeln 26 Prozent aller Brandenburger Beschäftigten nach Berlin, Tendenz steigend», sagt Brönstrup.

Angesichts dieser Zahlen brauche die Wirtschaft dringend einen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Hauptstadtregion. «Bei den bislang geplanten Projekten brauchen wir zudem mehr Tempo», fordert der UVB-Sprecher. Zehn Jahre und mehr zwischen Planungsbeginn und Fertigstellung seien einfach zu lang. Leistungsfähige Straßen und Schienen seien wichtige Mittel im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Reisende aber auch Pendler finden sich zudem häufiger in Fahrgemeinschaften zusammen. «Wir bemerken seit dem starken Anstieg der Spritpreise eine verstärkte Nachfrage nach Mitfahrgelegenheiten. Dies äußert sich in einer verstärkten Zahl an Anmeldungen sowie Nachfragen im hauseigenen Support», berichtet etwa Christine Neal-Eßmann vom Onlineportal «mifaz.de».

Allein zwischen Januar und Mai 2022 verzeichnete die Online-Plattform «BlaBlaCar» einen Anstieg der angebotenen Sitzplätze um 72 Prozent. Die Aktivität in Brandenburg - eines der Nummer-Eins-Bundesländer für Mitfahrgelegenheiten - folgte demselben Trend, wie eine Sprecherin berichtete.

Laut Brönstrup unterstützen immer mehr Unternehmen auf freiwilliger Basis mit Mobilitätsangeboten ihre Beschäftigten - sei es durch ein Jobticket, ein Jobfahrrad, Busverkehr auf Kosten der Unternehmen oder Fahrgemeinschaften. Andererseits gebe es seit Corona auch die gegenläufige Entwicklung hin zum Homeoffice, was wiederum ebenfalls von Arbeitgebern unterstützt werde.

© dpa
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