Schlechteste Spargel-Ernte: mehr Sonnenblumen-Anbau

Brandenburg gilt als Spargelland. Auf den Feldern wurde in diesem Jahr aber deutlich weniger Edelgemüse gestochen. Der Anbau von Sonnenblumen im Land wächst.
Ein Verkaufsstand für Spargel auf einem Markt. © Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolbild

Die Spargel- und Erdbeererzeuger in Brandenburg haben eine schwierige Saison hinter sich. Die diesjährige Spargelernte stellt mit 18 100 Tonnen den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2015 dar, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Mittwoch mitteilte. Zudem bauten die Landwirte auf weniger Flächen Getreide an, aber deutlich mehr Sonnenblumen.

Die Fläche für die Spargelernte lag in der Saison 2022 mit rund 3800 Hektar auf einem seit Jahren gleichbleibend hohen Niveau. Die Erntemenge sei jedoch um 14 Prozent auf 18 100 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Hektarertrag sei um 12 Prozent auf 48 Dezitonnen zurückgegangen.

Die Spargelbauern beklagten ein schlechtes Geschäft und spürbare Kaufzurückhaltung. In der Saison 2021 wurden noch rund 21 500 Tonnen des Gemüses in Brandenburg gestochen. Das Bundesland gilt als Ostdeutschlands größtes Spargelanbaugebiet.

Auch mit dem Erdbeeranbau waren die Landwirte weniger zufrieden. Die Anbaufläche für Freilanderdbeeren lag 2022 bei rund 220 Hektar. Das waren im Vergleich zum Vorjahr fast 90 Hektar weniger. Zuletzt seien im Jahr 1998 so wenige Erdbeeren im Freiland angebaut worden. Der Ertrag je Hektar lag jedoch um 17 Prozent über dem der Saison 2021. Auch die Fläche für den Anbau der Früchte unter Schutzabdeckungen wie unter Folientunneln und in Gewächshäusern verkleinerte sich um etwa 5 Hektar auf rund 50 Hektar. Der Ertrag fiel laut Statistik gering aus.

Das Statistikamt teilte am Mittwoch außerdem mit, dass sich der Anbau von Körnersonnenblumen auf 29 600 Hektar vergrößerte - das ist ein Zuwachs von 16 600 Hektar im Vergleich zu 2021. Fast jede zweite Sonnenblume, die in Deutschland aus einem Samenkorn heranwächst, steht nach Angaben des Brandenburger Bauernverbands auf einem märkischen Acker. Einfuhren von Sonnenblumenöl brachen infolge des Kriegs in der Ukraine ein.

Den Getreideanbau verringerten die brandenburgischen Landwirte nach vorläufigen Ergebnissen für 2022 um rund 7800 Hektar auf insgesamt 497 300 Hektar. Während die Winterweizenfläche im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent stieg, ging der Roggenanbau um fünf Prozent zurück. Roggen habe seine Spitzenposition beim Getreideanbau in Brandenburg verloren, hieß es von den Statistikern.

© dpa
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