Erneut unterdurchschnittliche Ernte in Brandenburg

Wenig Regen, hohe Temperaturen: Die Bauern in der Mark ziehen eine kritische Bilanz der Erntesaison 2022. Eine Region ist dabei laut Landesbauernverband besonders betroffen.
Ein Traktor zieht Pflug und Egge über ein abgeerntetes Feld. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Landwirte in Brandenburg haben erneut eine unterdurchschnittliche Ernte eingefahren. Wie der Landesbauernverband am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Beisein von Agrarminister Axel Vogel (Grüne) in Wulkow bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) erklärte, bewege sich die Erntemenge mit rund 2,2 Millionen Tonnen Getreide etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Damit liegt die eingefahrene Ernte erneut etwa neun Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen sechs Jahre (2016 bis 2021). Und dieser Wert sei durch das Dürrejahr 2018 bereits stark geschmälert.

Auf Brandenburgs Feldern werden laut Bauernverband vor allem Weizen, Roggen, Gerste und Triticale, eine Kreuzung aus Roggen und Weizen, auf einer Fläche von insgesamt über 417.000 Hektar angebaut. Das entspreche etwa dem Niveau des Vorjahres. Die Anbaufläche für heimische Eiweißpflanzen wie Erbsen oder Soja sei dagegen um knapp 20 Prozent gewachsen, auch die Fläche für Sonnenblumen habe sich mit knapp 30.000 Hektar mehr als verdoppelt.

Stark eingebrochen sind demnach die Erträge bei Silomais zur Futtergewinnung. Selbst auf nährstoffreichen Böden konnten in diesem Jahr dem Bauernverband zufolge maximal 20 Tonnen pro Hektar geerntet werden. Selbst im regenarmen Jahr 2018 seien es noch über 21 Tonnen gewesen. Besonders im Süden Brandenburgs sei die Situation «dramatisch», hieß es.

«Hier steuern wir bereits aktiv mit gezielten Klimaanpassungsmaßnahmen gegen», sagte Bauernpräsident Henrik Wendorff laut Pressemitteilung. Man betrachte die diesjährige Erntebilanz insbesondere vor dem Hintergrund politischer Entwicklungen wie dem Ukraine-Krieg. So habe sich nach Kriegsausbruch der Preis für eine Tonne Stickstoffdünger von 230 auf aktuell 775 Euro mehr als verdreifacht.

Wendorff kritisierte auch agrarpolitische Entscheidungen der vergangenen Jahre. So habe sich der Tierbestand in Brandenburg in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich reduziert. Habe es Anfang der 1990er Jahre noch rund 287.000 Milchrinder im Land gegeben, seien es 2021 noch knapp über 132.000 gewesen. Der Bestand an Schweinen sei im vergangenen Jahr mit etwa 685.000 auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen, hieß es.

Das Anfang Juli von der EU-Kommission zur Diskussion gestellte Ziel der europaweiten Halbierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes bis 2030 sei «eines der einschneidendsten Vorhaben für die Landwirtschaft in der EU», sagte der Bauernpräsident. «Das Wetter und die Klimaveränderungen sind nicht die alleinigen Ursachen für unser Ernteergebnisse.»

© dpa
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