Brandenburger Ackerbauern: Hoffnung auf gute Ernte

05.05.2022 Der Optimismus der Landwirte ist groß: auf märkischen Äckern erwacht jetzt das Leben in zarten Getreidepflanzen. Nun darf es keine Trockenheit geben. Die Bauern brauchen die Erlöse durch eine gute Ernte.

Winterweizen wächst auf einem Feld der Agrarprodukte Mallnow-Schönfließ e.G. © Patrick Pleul/dpa/Archivbild

Auf Brandenburger Äckern wächst das Sommergetreide gut. «Wir sind optimistisch und erwarten eine gute Ernte», sagte Thomas Göbel, Vorsitzender des Ackerbauausschusses des Landesbauernverbandes Brandenburg und Geschäftsführer der Göritzer Agrar GmbH im Spreewald (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) der Deutschen Presse-Agentur. Roggen, Weizen und Gerste seien gut durch den Winter gekommen.

«Wenn es jetzt im Mai noch genügend Regen gibt, kann man hoffnungsvoll sein», sagte Göbel. Landwirte müssten das auch sein, da sie nach der Saat gar nicht wüssten, wie die Ernte ausfallen werde. Auch in den Vorjahren sei die Lage um diese Jahreszeit zunächst positiv eingeschätzt worden. Doch dann habe es Rückschläge mit langen Trockenperioden gegeben.

Die aufgrund des Ukraine-Krieges ausbleibenden Getreidelieferungen könnten die Brandenburger Landwirte jedoch nicht ausgleichen. «Nicht jeder Ackerboden ist geeignet für den Ackerbau», sagte Göbel. Man habe Böden mit großem Risiko, auf denen gar nichts wachse, aus der Produktion genommen und als ökologische Vorrangflächen deklariert. Diese Vorschrift sei nun teilweise gekippt worden, sie werden für den Ackerbau zugelassen. Aber Äcker mit leichten Böden würden davon nicht profitieren.

Die gestiegenen Kosten für Dünger, Pflanzenschutzmittel, Saatgut, Energie und Kraftstoff schüren unterdessen die Zukunftssorgen der Brandenburger Landwirte. Insgesamt hat sich die Produktion im Ackerbau nach Einschätzung des Landesbauernverbandes um 35 Prozent verteuert. Landwirte agierten derzeit mit den Einnahmen des Vorjahres, die etwa nur die Hälfte des aktuellen Verkaufspreises betragen.

Derzeit hohe Betriebsmittelkosten könnten nur durch Erlöse für landwirtschaftliche Erzeugnisse ausgeglichen werden. Doch was am Ende bleibt, könne nicht abschließend beziffert werden. «Wir hoffen, dass wir unsere Ernte gut verkaufen können», sagte Göbel.

Gleichzeitig müsse mit Kosten weiter sparsam umgegangen werden: so werde nur dort Dünger eingesetzt, wo es sich lohne, oder es würden Touren koordiniert, um Sprit zu sparen. «Wir müssen beim Düngen knausern, da jedes Kilogramm Dünger teuer ist. Fehlen der Pflanze jedoch Nährstoffe, leiden Qualität und Ertrag», sagte Goebel. Die Kosten für mineralische Dünger hätten sich verdreifacht.

Für die Bestellung eines Hektars mit Roggen werden nach Angaben des Landesbauernverbandes rund 40 bis 50 Liter Diesel benötigt. Daraus ergeben sich Mehrkosten für Treibstoff gegenüber dem vergangenen Jahr von 30 bis 37 Euro je Hektar.

Getreide steht nach Angaben des Landesamtes für Statistik in Brandenburg insgesamt auf 500.000 Hektar.

© dpa

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