Bundeswehr gedenkt mit Ehrenhain getöteten Soldaten

Im Sommer vergangenen Jahres ging der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr nach fast 20 Jahren zu Ende. An die Soldaten, die starben, erinnert nun ein wieder aufgebauter Ehrenhain in einem «Wald der Erinnerung».
Bundesministerin der Verteidigung Christine Lambrecht nimmt an der Sitzung des Bundeskabinetts teil. © Christoph Soeder/dpa/Archivbild

Es war wohl einer der gefährlichsten Auslandseinsätze der Bundeswehr: In Afghanistan starben 59 deutsche Soldaten, 35 von ihnen bei Anschlägen und Gefechten. Zum Gedenken baute die Bundeswehr den Ehrenhain aus dem Feldlager in Masar-i-Scharif nach - er war das bislang größte Camp der Bundeswehr im Ausland. Im Sommer vergangenen Jahres kamen die letzten Soldaten nach Deutschland zurück. Zur Eröffnung des neuen Ehrenhains werden am Freitagvormittag Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) und rund 40 Hinterbliebene beim Einsatzführungskommando in Schwielowsee bei Potsdam erwartet.

Herzstück des Gedenkortes im «Wald der Erinnerung» ist ein 27 Tonnen schwerer Felsblock. Der riesige Findling aus dem Marmal-Gebirge, der im Bundeswehr-Camp Marmal im Norden Afghanistans stand, kam im Mai vergangenen Jahres mit einer Antonow-Frachtmaschine nach Deutschland. Ein Stück Geschichte aus dem Afghanistan-Einsatz komme damit nach Deutschland, hatte damals die Bundeswehr gesagt.

Auch eine Gedenkmauer und die Gedenktafeln sind nun auf dem Bundeswehr-Areal bei Potsdam wieder errichtet - zwar in kleinerem Maßstab, aber auch mit Ziegeln, die aus Afghanistan stammen, wie ein Sprecher der Bundeswehr sagte. Der deutsche Einsatz in dem Krisenland dauerte insgesamt fast 20 Jahre.

Bei der Zeremonie am Freitag will auch eine Mutter eines gefallenen Soldaten im «Wald der Erinnerung», unweit der Kaserne, sprechen. Ihr Sohn wurde 2011 im Alter von 22 Jahren bei einem Anschlag in Nordafghanistan getötet.

Von Angehörigen kam laut Bundeswehr vor Jahren auch die Idee für einen Gedenkort in einem 4500 Quadratmeter großen Waldstück. Inzwischen haben insgesamt sieben Ehrenhaine dort ihren Platz - etwa auch aus früheren Einsatzgebieten in Kabul und Kundus. Daneben gibt es auch im Verteidigungsministerium in Berlin ein Ehrenmal als zentrale Gedenkstätte.

Das Einsatzführungskommando in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Schwielowsee ist die Nahtstelle für Auslandseinsätze der Streitkräfte. Von hier aus werden alle Missionen geplant und geführt. Die Bundeswehr hatte Afghanistan im Juni 2021 schneller als ursprünglich geplant verlassen.

© dpa
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