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11.500 Unterrichtsstunden fehlen

Der Lehrermangel an den Brandenburger Schulen trifft nicht nur die Kinder und Jugendlichen. Auch in den Lehrer-Kollegien sei die Stimmung wegen der hohen Belastung angespannt, sagt die Gewerkschaft GEW. Und der Landeselternrat warnt vor erheblichen Bildungsdefiziten.
Schule
Eine Schülerin meldet sich im Unterricht. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Angesichts des Lehrermangels spricht der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Günther Fuchs, von einem «Systemversagen». «Das ist eine völlig neue Dimension - und der Minister hat keine Antworten», kritisierte Fuchs am Freitag. Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass im kommenden Schuljahr rund 500 Lehrkräfte fehlen. Aus Sicht der GEW fehlen unter Einrechnung aller Anforderungen sogar 1100 Lehrer. Wenn die Verhandlungen mit dem Ministerium über geeignete Maßnahmen scheiterten, werde es wegen der hohen Belastungen öffentliche Proteste der Lehrkräfte geben, kündigte Fuchs an.

Auch der Landeselternrat schlug Alarm. «460 fehlende Lehrer bedeuten 11.500 fehlende Unterrichtsstunden pro Woche», sagte die Vorsitzende Ulrike Mauersberger am Freitag laut Mitteilung. Dies bedeute weitere Wissensdefizite und Nachteile für die Schülerinnen und Schüler in Brandenburg. «Wir erwarten vom Minister klare Aussagen, wie diese Defizite aufgeholt werden», sagte sie.

Die Aussage des Ministers, die Stundentafel und damit der Kernunterricht sei trotz rund 460 unbesetzter Vollzeitstellen an den Schulen gesichert, sei nicht zu halten, erklärte Mauersberger. Sorge bereiteten dem Landeselternrat auch die regionalen Unterschiede, sagte sie. Aus den Stellenausschreibungen des Ministeriums sei ersichtlich, dass der Mangel mit bis zu 60 fehlenden Lehrern in den Landkreisen Uckermark, Märkisch-Oderland und Oder-Spree besonders hoch sei. Freiberg müsse dafür sorgen, dass der Wohnort für die Schüler keinen Nachteil darstelle, betonte Mauersberger.

Die GEW verhandelt mit Freiberg über Maßnahmen gegen den Lehrermangel. Dabei gehe es um die Arbeitszeit, Anreize für ältere Pädagogen, später in Rente zu gehen und eine bessere Weiterbildung der Seiteneinsteiger ohne pädagogische Ausbildung, sagte Fuchs. Die Gewerkschaft schlage vor, dass Lehrer freiwillig mehr arbeiten könnten, wenn dies über Arbeitszeitkonten später ausgeglichen werde.

Lehrern im Alter ab 63 Jahre sollten Teilzeitmodelle oder bei Vollzeit Bonuszahlungen angeboten werden, um sie länger an den Schulen zu halten, erklärte Fuchs. «Das Geld dafür ist ja da, weil Hunderte Lehrerstellen nicht besetzt sind.» Das Ministerium habe für das Ziel einer Einigung über die Maßnahmen bis Mitte Oktober angegeben.

Fuchs drohte mit öffentlichen Protesten, wenn die Verhandlungen scheitern sollten. «Dann gehen die Kollegen auf die Straße - die Stimmungslage ist mies in den Schulen», kündigte der Gewerkschafter an. Ein wesentlicher Knackpunkt sei dabei die Wochenarbeitszeit, betonte Fuchs: «Wenn die Unterrichtsverpflichtung um eine Stunde erhöht werden soll, brechen wir die Verhandlungen ab.»

Dies hatte der Bildungsexperte der mitregierenden CDU-Fraktion im Landtag, Gordon Hoffmann, vorgeschlagen. Denn dies entspreche in der Summe 800 Lehrerstellen, sagte Hoffmann. Minister Freiberg lehnt aber solch eine verpflichtende Erhöhung wie im Nachbarland Sachsen-Anhalt bislang ab.

© dpa
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