Nach Zugunfall von Garmisch-Partenkirchen auch Lok geborgen

Es wird wohl dauern, bis nach dem schweren Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen wieder Züge auf der Strecke rollen. Zwei Wochen nach dem Unfall wurde gerade erst die Lok geborgen. Wann die Instandsetzung beginnt, ist offen.
Ein Waggon vom verunfallten Regionalzug wird von einer Lok abtransportiert. © Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

Zwei Wochen nach dem tödlichen Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen ist am Freitag als letztes Zugteil die Lokomotive geborgen worden. «Wir haben die Lok am frühen Morgen geholt», sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Am Vortag sei die Bergung mithilfe eines 160-Tonnen-Schienenkrans vorbereitet worden. «Er hat die Lokomotive aufs Gleis gehoben. Eine Rangierlok hat sie abgeholt.» Die Lok soll im nächsten Schritt nach München gebracht werden. Bereits am Mittwoch war der letzte Waggon von der Unglücksstelle weggezogen worden.

Rund um die Unfallstelle müssen laut dem Bahnsprecher zufolge rund 700 Meter Schienen sowie 500 Schwellen erneuert werden. «Und wir benötigen neue Oberleitungen.» Dazu müssen auch drei Oberleitungsmasten neu gesetzt werden, die teils von umstürzenden Waggons umgerissen wurden und die nun neue Betonfundamente brauchen. «Diese Arbeiten können wir starten, wenn wir die Freigabe durch die Behörden bekommen.» Ein Abschnitt hinter dem Bereich, an dem die Lok stand, sei bisher nicht freigegeben.

Wann die Strecke wieder befahrbar sein wird, ist weiter offen. «Da haben wir keine Prognose», sagte der Bahnsprecher. Es hänge auch davon ab, wann die Freigabe komme und die Instandsetzung beginnen könne. Spekuliert wurde, dass es bis nach dem G7-Gipfel Ende Juni dauern könnte, bis wieder Züge auf der Strecke rollen.

Am Mittag des 3. Juni war ein Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München entgleist. Vier Frauen sowie ein 13-Jähriger starben. Fast 70 Menschen wurden verletzt, 16 davon schwer und 52 leicht. Eine Sonderkommission «Zug» ermittelt weiter zur Unglücksursache.

Die Polizei hatte zuletzt noch nicht registrierte Fahrgäste gebeten, sich zu melden. Jeder, der in dem Zug gesessen habe, sei ein wichtiger Zeuge. Dutzende Menschen wurden bereits befragt.

Am Freitag rief die Polizei Fahrgäste aus dem Unglückszug zudem auf, möglicherweise verloren gegangenes Eigentum abzuholen. An der Unglücksstelle seien rund 70 Gegenstände gefunden worden, die bisher nicht ihren Eigentümern zugeordnet werden konnten, darunter Reisetaschen, Kinderwagen, Handys, Brillen und Kleidungsstücke. Diese Stücke seien nun der Fundstelle der Deutschen Bahn am Bahnhof in Garmisch übergeben worden.

© dpa
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