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Zähe Rückkehr zur Normalität in Schnee und Eis

Der heftige Wintereinbruch hat auch am vierten Tag in Folge im Süden Bayerns zu Unfällen, Zugausfällen und Flugstreichungen geführt. Das eisige Wetter dürfte dort auch in den kommenden Tagen den Alltag beeinträchtigen.
Ein Flugzeug wird am Münchner Flughafen von Eis befreit
Ein Flugzeug wird am Münchner Flughafen von Eis befreit. © Jason Tschepljakow/dpa

650 gestrichene Flüge, zahlreiche Zugausfälle und mehrere gesperrte Autobahnen: Auch vier Tage nach dem heftigen Wintereinbruch im Süden Bayerns hatten Reisende und Pendler am Dienstag mit Problemen auf Straßen, Schienen und Flughäfen im Freistaat zu kämpfen. In mehreren Landkreisen blieben Schülerinnen und Schüler wegen Schulschließungen erneut daheim.

Während der Münchner Flughafen wegen Gefahr durch gefrierenden Regen am Vormittag seinen Betrieb für mehrere Stunden komplett einstellte, arbeiteten mehr als 20 Räumfahrzeuge der Bahn daran, verschneite und vereiste Gleise vor allem im Süden und Osten wieder befahrbar zu machen. Bei Unfällen in Folge von Glätte auf Bayerns Straßen starben mindestens zwei Menschen. Die Münchner Ostumfahrung der Autobahn 99 war im Berufsverkehr nach Unfällen zeitweise komplett gesperrt.

Die Rückkehr zu einer Art Normalität gestaltete sich auch wegen des anhaltenden Winterwetters schwieriger als von vielen Reisenden gewünscht. «Immer wieder stürzen Bäume unter der Last von Eis und Schnee auf Gleise und Oberleitungen», teilte eine Bahn-Sprecherin mit. «Gleichzeitig überzieht gefrierender Niederschlag die Oberleitungen zum Teil mit fingerdicken Eispanzern, so dass sie keinen Strom mehr übertragen können oder durch die Last herabfallen.» Zudem müssten Mitarbeiter Züge nach dem Stillstand «buchstäblich auftauen».

Die Bahn habe die Zahl der Räumfahrzeuge in Bayern von 13 auf mehr als 20 aufgestockt, teilte die Sprecherin mit. Dazu seien auch Räumfahrzeuge aus Baden-Württemberg und Hessen in den Freistaat beordert worden. Am Dienstagnachmittag fuhren erstmals seit dem Wochenende wieder einzelne Fernzüge von München in Richtung Salzburg und Kufstein, unter anderem von Privatbahnen wie der österreichischen Westbahn. Auch für die ICE-Strecken nach Nürnberg und Stuttgart erwartete die Bahn eine schrittweise Verbesserung der Lage.

Gleichzeitig wurden Fahrgäste weiter dazu aufgefordert, ihre Zugreisen wenn möglich auf Mittwoch oder die Folgetage zu verschieben - und angesichts voraussichtlich sehr voller Züge Sitzplätze zu reservieren.

Im Regionalverkehr mussten Fahrgäste weiter mit vielen Ausfällen und Verspätungen rechnen. Bei der Münchner S-Bahn fuhr zunächst nur eine Linie auf ihrer normalen Route. Im Münchner Straßenbahn-Netz fuhr am Dienstag zunächst nur eine von elf Linien wieder, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mitteilte. Am Dienstabend sollte eine weitere dazukommen.

Dass es so langsam vorangehe, liege unter anderem daran, dass Autos Schnee, Matsch und Eis in die Schienen drückten, was dann dort gefriere, teilte die MVG mit. «Ein Sonderfahrzeug und eine Trambahn sind bei den Räumarbeiten bereits entgleist.» Ein Sonderfahrzeug sei in der Folge am Montag nicht mehr einsetzbar gewesen. Arbeitstrupps hätten sich «mit Salz, Kratzeisen und schwerem Gerät» meterweise vorarbeiten müssen. Für Dienstag wurde ein Räumfahrzeug der Stuttgarter Straßenbahnen erwartet, das bei den Arbeiten unterstützen sollte.

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sagte am Dienstag, das Bahn-Chaos solle nach Ansicht der Staatsregierung nachträglich aufgearbeitet werden. Die erheblichen Auswirkungen auf den Zug- und Flugverkehr seien allen bekannt, «das wird man sicherlich im Nachgang dann auch in Ruhe analysieren müssen, weshalb es gerade im Bereich des Zugverkehrs doch solche erheblichen Schwierigkeiten gegeben hat».

Doch auch auf den Straßen führten Glätte und Schnee weiter zu Problemen. DHL und Post kündigten an, dass viele Menschen im Süden Bayerns auch in den kommenden Tagen noch länger auf Pakete und Briefe würden warten müssen als üblich. Nach dem Stillstand am Wochenende würden sich in manchen Verteilzentren immer noch viele Pakete und Briefe stauen.

Manche Straßen seien für Post- und Paketboten immer noch nicht befahrbar, «weil unzureichend geräumt wird», sagte der Geschäftsbereichsleiter Süd bei Post und DHL, Thomas Homberger, demnach. «Auch einzelne Briefkästen und Filialen sind nicht anfahrbar.»

Für den Rest der Woche gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor allem mit Blick auf den Süden und Osten Bayerns keine Entwarnung in Sachen Schnee und Glätte. «Das Thema wird uns in den nächsten Tagen weiterhin beschäftigen», sagte ein DWD-Meteorologe am Dienstag. Vor allem nachts steige das Risiko durch glatte Straßen und Gehwege, auch weil immer wieder Niederschläge in Form von Regen und Schnee erwartet würden. Immerhin tagsüber würden die Temperaturen aber meist so weit steigen, dass der Belag wieder griffiger werde.

Ein Sprecher des Münchner Flughafens rechnete nach 650 Annullierungen am Dienstag zwar mit weiteren Flugstreichungen vor allem am Mittwoch. Eine erneute Sperrung wegen Eisregens sei aber unwahrscheinlich. «Wir gehen davon aus, dass das Gröbste durch ist», sagte der Sprecher. «Bis sich die Lage stabilisiert, wird es aber sicher noch ein bisschen dauern.»

Das gilt offenbar auch für einige Schulen in Bayern: Am Nachmittag meldete das Kultusministerium, dass an manchen Schulen auch am Mittwoch nur Distanzunterricht möglich sei. Das staatliche Meldesystem führte bis Dienstagabend dann allerdings zunächst nur noch drei Schulen in den Landkreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck auf. Die Stadt Augsburg hingegen gab Entwarnung: «Alle Schulen im Stadtgebiet wieder geöffnet.»

Positive Nachrichten aus Schwaben gab es am Abend auch vom Zugbetreiber Go-Ahead: Im Augsburger Netz laufe der Zugverkehr im Großen und Ganzen wieder, wenn auch zum Teil mit witterungsbedingten Verspätungen und mit durch den Frost kaputten Toiletten in den Zügen. Und am Mittwoch könnte im Allgäu eventuell die gesamte Strecke München-Memmingen-Lindau wieder durchgehend befahrbar sein, hieß es. Viele Fahrzeuge müssten aber noch in die Werkstatt.

© dpa
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